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13.12.2007 

Journalistisch dürfte die Zukunft des "WSJ“ vor allem von Brauchli abhängen, dem 1,90 Meter großen Amerikaner mit Schweizer Pass. Brauchli verpasste dem "WSJ“ in Print und Internet bereits in der Vor-Murdoch-Zeit ein neues Gesicht. Dann beerbte er gerade den langjährigen Chefredakteur Paul Steiger, als Murdoch sein Angebot für Dow Jones abgab.

Nun sitzt Brauchli zwischen zwei Stühlen. Er soll die Ideen des neuen Eigentümers umsetzen, muss gleichzeitig aber auch dafür sorgen, dass der sich nicht in redaktionelle Belange einmischt. Leicht wird das nicht, ist der hemdsärmelige Verleger doch dafür bekannt, kurz vor Drucklegung noch die Schlagzeilen seiner Zeitungen zu korrigieren.

Aber der Medienunternehmer hat insbesondere bei seinen Zeitungen auch oft bewiesen, dass er finanziell einen langen Atem hat, um seine Vision als Verleger durchzusetzen. Rupert Murdoch ist ein Überzeugungstäter – einer der letzten, die es in der Medienbranche noch gibt.

Murdoch guckt sich gerne einen großen Gegner aus. Dieses Mal gilt sein Ehrgeiz der "New York Times“ als der publizistischen Bastion des liberalen Amerika. Zunächst will er die politische Berichterstattung des "WSJ“ in Washington erweitern, um die Vormacht der "Gray Lady“ in der Hauptstadt zu brechen. Auch das Feuilleton des "WSJ“ will er stärken.

"Sobald die Verträge unterschrieben sind, wird Murdoch mit seinen Leuten hier einmarschieren“, sagt ein Dow-Jones -Mitarbeiter. "Nächstes Jahr werden wir das ,Wall Street Journal’ nicht wiedererkennen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Rupert Murdoch: Ein Medien-Imperium für die ganze Welt

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