Gelddrucker: Giesecke streicht 400 Stellen

Gelddrucker
Giesecke streicht 400 Stellen

Ein erneuter Gewinnrückgang beim Banknoten- und Chipkonzern Giesecke & Devrient fordert Konsequenzen: Der Konzern hat den Abbau von 400 Arbeitsplätzen angekündigt. Betroffen davon ist vor allem das Chipkartengeschäft.
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MünchenDie staatliche Konkurrenz macht dem Banknotendrucker und Sicherheitskonzern Giesecke & Devrient (G&D) zu schaffen. Wegen des starken Preisdrucks auf dem Weltmarkt für neue Geldscheine schrumpfte der Gewinn des Traditionsunternehmens im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 39 Millionen Euro, wie Vorstandschef Karsten Ottenberg am Mittwoch sagte. Dabei sei die Auftragslage nicht schlecht gewesen, der Umsatz um ein Zehntel auf knapp 1,8 Milliarden Euro gestiegen, die Anlagen ausgelastet. „Es ist allerdings so, dass staatliche Druckereien auf dem Weltmarkt mit Preisen auftreten, die schwer nachvollziehbar sind“, sagte Ottenberg. Auch in der Sparte mit elektronischen Bezahl- und Sicherheitstechnik herrsche ein Preiskampf. Seine Gewinnprognose für 2012 habe G&D deshalb verpasst.

Um seine Renditen wieder nach oben zu treiben, reagiert G&D mit einem Sparkurs. Nach Einschnitten in der Banknotensparte ist jetzt das Elektroniksegment dran. In Europa sollen bis Ende 2014 rund 400 Stellen wegfallen, davon 125 am Stammsitz in München. Damit will Finanzchef Peter Zettler künftig pro Jahr 60 Millionen Euro einsparen.

Erste Effekte würden sich bereits im laufenden Jahr einstellen. Das Ergebnis werde überproportional zum Umsatz steigen, die Einnahmen auf mindestens 1,9 Milliarden Euro klettern, sagte Ottenberg voraus. Große Hoffnungen knüpft er an neue Technologien wie das Bezahlen mit dem Handy (NFC) und Sicherheitstechnik für Handys und andere Geräte. Allein für seine NFC-Technik habe das Familienunternehmen 20 Großkunden gewonnen, darunter den Zahlungsdienstleister PayPal und den Chipriesen Intel. Auch Google und Apple zählen zu den G&D-Kunden. Aber auch die Auftragslage für den Druck von Geldscheinen bleibe gut. Mit der Euro-Krise habe das allerdings nichts zu tun, betonte Ottenberg. „Es gibt keine Sonderaufträge wegen des Euro-Rettungsschirms.“

Trotz des rückläufigen Gewinns schüttet G&D für das vergangene Jahr wieder eine Ergebnisbeteiligung aus. Nachdem Besitzerin Verena von Mitschke-Collande im letzten Jahr auf ihre Bezüge verzichtete, gibt es in diesem Jahr 8,5 Millionen Euro. Die Summe teilt sie sich allerdings mit ihren Kindern: Die drei Söhne und eine Tochter zwischen Mitte 20 und Mitte 30 sind neuerdings als Gesellschafter mit im Boot. Mama behält aber das letzte Wort: Die Mehrheit der Stimmrechte bleibt bei ihr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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