Gemeinsame Pläne: Deutsche Telekom und France Télécom kooperieren

Gemeinsame Pläne
Deutsche Telekom und France Télécom kooperieren

Die beiden Telekomkonzerne denken derzeit über eine verstärkte Zusammenarbeit nach – gegenseitige Netznutzung und ein gemeinsamer Kundendienst sind im Gespräch. Experten prophezeien den Plänen ein großes Sparpotenzial.
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Düsseldorf/ParisDeutsche Telekom und France Télécom vertiefen ihre Zusammenarbeit. Sie wollen im wachsenden Zukunftsmarkt der automatischen Kommunikation von Maschinen zu Maschinen zusammenzuarbeiten. Darunter fallen zum Beispiel Techniken zur Erfassung der Lkw-Maut.

Dafür suchen die beiden Telekomkonzerne neue Wege der Kooperation. Gedacht würde darüber hinaus neben der gegenseitigen Netznutzung auch an einen gemeinsamen Kundendienst, sagte ein France-Télécom-Sprecher. Außerdem wird eine Kooperation bei Hotspots verhandelt. So könnten deutsche T-Mobile-Kunden mit ihren Handys im Frankreich-Urlaub auch die Hotspots von France Télécom nutzen und sich damit Roaming-Gebühren ersparen. Da noch nicht klar ist, wie und in welchen Bereichen es zu einer Kooperation komme, stehe auch noch kein geplantes Synergiepotenzial fest, heißt es bei der Deutschen Telekom.

Der Konzern weist Spekulationen von sich, bei der Vereinbarung handele es sich um die Vorstufe einer Fusion. Beide Konzerne hatten in den 90er-Jahren bereits eine gegenseitige Beteiligung. In einigen Ländern kooperieren die beiden europäischen Dickschiffe bereits eng miteinander: In Polen wollen sie gemeinsam ein Netz der vierten Mobilfunkgeneration aufbauen, und in Großbritannien haben sie sich in einem Joint Venture zusammengeschlossen. Die Gewinne werden geteilt. „In den vergangenen ein bis zwei Jahren haben wir unsere Zusammenarbeit intensiviert“, sagt ein Telekom-Sprecher. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, auch auf höchster Ebene zwischen Telekom-Chef René Obermann und France-Télécom-Chef Stéphane Richard, die sich jüngst beim Weltwirtschaftsforum in Davos getroffen haben.

Analyst Tarkan Cinar von der WestLB geht davon aus, dass eine solche Kooperation ein erhebliches Sparpotenzial besitzt. „Die Telekom könnte in Österreich ähnlich wie in Großbritannien ein Joint Venture mit der France-Télécom-Tochter Orange schließen, der Markt ist ähnlich umkämpft, und die Franzosen sind dort zuletzt sehr zurückhaltend gewesen“, sagt er. In der Slowakei und in Rumänien könnten sich Franzosen und Deutsche ihre Infrastruktur teilen.

Die gemeinsame Netznutzung ist ein Trend, der sich in der Branche wegen des starken Kostendrucks immer stärker durchsetzt. Die Konzerne haben in den letzten Jahren Sparprogramme durchgezogen und suchen nun nach anderen Wegen, angesichts sinkender Preise Kosten zu senken.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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