Gemeinschaftsunternehmen
Nokia-Siemens streicht 2 900 deutsche Stellen

Neue Hiobsbotschaft für Siemens-Mitarbeiter: Nach der Ausgliederung der Netzwerksparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der finnischen Nokia sollen allein in Deutschland fast 3 000 Stellen wegfallen. Damit wird die pessimistischste Variante unter den früheren Ankündigungen des Managements Realität.

HB ESPOO. Weltweit sei in den kommenden drei Jahren der Abbau von 9 000 Arbeitsplätzen geplant, gab Nokia-Siemens-Networks-Chef Simon Beresford-Wylie am Freitag im finnischen Espoo bekannt. „Mir ist bewusst, dass die heute angekündigten Maßnahmen zum Personalabbau für die Betroffenen schwerwiegend sind“, sagte der Manager. Er nannte die Personalmaßnahmen jedoch notwendig, um das Gemeinschaftsunternehmen wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen. Insgesamt wollen Siemens und Nokia Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro durch Synergieeffekte einsparen.

In Deutschland hat das Management nach eigenen Angaben Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern begonnen, 2 800 bis 2 900 der bislang 13 000 Stellen bis zum Jahresende 2010 abzubauen. „Wir werden diejenigen, die Nokia Siemens Networks verlassen, mit Fairness und Respekt behandeln“, sicherte Personalchef Bosco Novak zu. Das Unternehmen sei um einen konstruktiven Dialog bemüht. „Nur so werden wir den Mitarbeitern gegenüber so rasch wie möglich für größtmögliche Klarheit sorgen.“ Auch Finnland ist stark betroffen. Hier sollen bis zu 1 700 der 10 000 Arbeitsplätze wegfallen.

Unternehmenschef Beresford-Wylie verwies darauf, dass Nokia und Siemens bereits im Juni vergangenen Jahres bei der Vereinbarung ihrer Partnerschaft angekündigt hätten, dass der Personalbestand bis 2010 in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent angepasst werden solle. Ausgehend von anfänglich weltweit rund 60 000 Mitarbeitern liege der jetzt beschlossene Personalabbau innerhalb der angekündigten Bandbreite. Ein Teil des Abbaus solle durch Geschäftsverlagerung an Partnerunternehmen erfolgen, die mit Nokia Siemens Networks zusammenarbeiten. Bereits bei der Pleite der an BenQ abgestoßenen Siemens-Handysparte haben über 3 000 ehemalige Konzernmitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

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