Gemeinschaftsunternehmen
Nokia und Siemens stützen Joint Venture

Beruhigung per Brief: Die Gesellschafter von Nokia Siemens Networks haben jetzt noch einmal deutlich gemacht: An dem Joint-Venture soll festgehalten werden - entgegen kursierender Gerüchte, die das Gegenteil behaupten. Beide Seiten verweisen auf frisch nachgeschossenes Geld und versprechen Wachstum.
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MÜNCHEN. Wie geht es weiter mit Nokia Siemens Networks (NSN)? - diese Frage haben sich zuletzt offenbar immer mehr Kunden des verlustreichen Netzausrüsters gestellt. Weil die Abnehmer weltweit völlig verunsichert sind, haben die Gesellschafter des Gemeinschaftsunternehmens jetzt einen Brief an die Kundschaft geschrieben. Darin beteuern Joe Kaeser, Finanzvorstand von Siemens, und Olli-Pekka Kallasvuo, CEO von Nokia, NSN auch in Zukunft zu unterstützten. Beide Seiten hätten erst im dritten Quartal frisches Kapital nachgeschossen. Dies unterstreiche, welche Bedeutung NSN für die Eigentümer habe.

Die Unruhe unter den Kunden hat ihren Grund. Das Joint Venture schreibt tiefrote Zahlen und hat gerade erst seinen Chef ausgetauscht. Zudem wird der Konzern in diesen Tagen einmal mehr umgebaut. Zuletzt schien es auch so, als würden selbst die Eigentümer den Glauben an eine positive Zukunft verlieren: Siemens schrieb im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.9.) 1,6 Mrd. Euro auf die Beteiligung ab - und damit einen noch größeren Betrag als der finnische Partner.

Man habe die langfristigen Geschäftsaussichten bewertet, begründete Kaeser den tiefen Schnitt. Dabei ist Siemens offenbar zu einem noch schlechteren Ergebnis als Nokia gekommen. Mit welchem Wert NSN noch in den Siemens-Büchern steht, wollte Kaeser vergangene Woche nicht beziffern. "Wenn wir noch einmal so viel abschreiben würden, wäre nicht mehr sehr viel da", gab er aber eine Größenordnung an. Siemens wollte sich gestern nicht dazu äußern, wieviel Geld die Münchener im dritten Quartal an NSN überwiesen haben.

Spekulationen über Ausstieg

Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, Nokia und Siemens wollten aus dem Joint Venture aussteigen. Die Unternehmen sind noch bis 2013 per Vertrag aneinandergebunden. Sollte sich allerdings ein Käufer finden, würden wohl beide Seiten einer Trennung zustimmen. Nach Meinung von Analysten ist es aber unwahrscheinlich, dass ein Investor kommt: "Seit längerer Zeit ist klar, dass NSN den Dampfer nicht zum Fahren bekommt und schrittweise Marktanteile verloren hat", kritisiert Telekom-Analyst Håkan Wranne.

Der neue NSN-Chef Rajeev Suri will das Schiff jetzt wieder in Gang bringen. Der Manager verspricht für das kommende Jahr Wachstum, nachdem das Unternehmen 2009 deutlich Umsatz und Marktanteile verloren hat. "Wir nehmen Fahrt auf", betonte Suri am Mittwochabend vor Journalisten in München.

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