Gemeinschaftsunternehmen rechnet dennoch mit pünktlichem Start
Generalprobe von Toll Collect gefloppt

Bei der Generalprobe für die Einführung der Lkw-Maut Anfang 2005 hat es Probleme gegeben. Das Betreiberkonsortium Toll Collect bestätigte, dass bei der Wiedereinreise von Lastwagen nach Deutschland die automatischen Erfassungsgeräte nicht immer funktionierten.

HB BERLIN. Bei den meisten Fahrzeugen seien die Schwierigkeiten inzwischen aber durch eine neue Software behoben. Die Maut soll nach zweimaliger Verschiebung jetzt am 1.  Januar 2005 eingeführt werden. Der pünktliche Start ist nach Auffassung des Konsortiums nicht gefährdet. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass es zu einem Verkehrschaos kommt, weil zu wenig automatische Erfassungsgeräte in die Lastwagen eingebaut sind. Ursprüngliches Ziel war es, mit 500 000 Geräten zu starten. Nach Toll-Collect-Angaben sind bislang aber erst 105 000 Lkw mit Bordcomputern ausgestattet. Die anderen Lastwagen müssen übers Internet oder am Automaten eingebucht werden, was dauern kann.

Die neuen Schwierigkeiten waren durch einen ZDF-Bericht bekannt geworden. Im „heute journal“ schilderten mehrere Fuhrunternehmer, dass die Bordcomputer auf rot stehen bleiben, wenn die Lkw aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren. Toll-Collect-Sprecher Harald Lindlar bestätigte einen solchen „Auslandsfehler“. Mit der neuen Software, über die inzwischen fast alle Fahrzeuge verfügten, gebe es diese Probleme aber nicht mehr.

Mit dem Verlauf der Generalprobe zeigte sich das Konsortium um DaimlerChrysler und Deutsche Telekom nach den ersten drei Wochen zufrieden. „Es hat keine größeren Pannen gegeben“, sagte Lindlar. Die Testphase soll am 30. November abgeschlossen werden. Anschließend entscheidet das Bundesamt für Güterverkehr bis Mitte Dezember über die Starterlaubnis. Das satellitengestützte Mautsystem sollte eigentlich bereits seit mehr als einem Jahr in Betrieb sein. Dies scheiterte jedoch an massiven technischen Problemen.

Der Spediteursverband BGL wiederholte seine Warnung vor langen Staus und Wartezeiten, falls zu wenig Lkws mit Bordcomputern ausgerüstet sind. Verbandspräsident Hermann Grewer sagte der dpa: „Wenn nicht mindestens 400 000 Geräte eingebaut sind, ist das Chaos programmiert.“

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