Gemeinschaftsunternehmen
T-Mobile UK: Telekom und Orange kooperieren

Die Deutsche Telekom und France Télécom planen den Zusammenschluss ihrer britischen Töchter T-Mobile UK und Orange UK zum neuen Mobilfunk-Marktführer in Großbritannien.

rob/lou/mm/HB DÜSSELDORF/LONDON. Es seien "exklusive Verhandlungen zur Zusammenlegung der T-Mobile UK und der Orange UK" in einem neuen Gemeinschaftsunternehmen aufgenommen worden, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Deutsche Telekom und France Télécom wollen jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture halten. An dessen Spitze soll der Deutschen Telekom zufolge der amtierende Orange-Chef für Großbritannien Tom Alexander stehen. Der derzeitige Chef von T-Mobile UK, Richard Moat, soll demnach als COO das operative Geschäft verantworten.

Aus der Integration beider Unternehmen würden Synergien von mehr als 4,0 Milliarden Euro (3,5 Milliarden Pfund) erwartet. Die operativen Kosten sollen von 2014 an um jährlich mehr als 445 Millionen Pfund (508 Mio Euro) gesenkt werden. Die Telekom hofft, vor allem durch die gemeinsame Nutzung ihres Netzwerks sowie im Vertrieb und Marketing zu sparen. Auch bei den Investitionen in die Mobilfunknetze soll sich der Zusammenschluss mit 620 Millionen Pfund in den Jahre 2010 bis 2014 auszahlen, später sollen es 100 Millionen Pfund jährlich sein. Dem stehen erwartete Integrationskosten von 600 bis 800 Millionen Pfund (bis zu 914 Mio Euro) in den Jahren 2010 bis 2014 gegenüber. "Der Großteil dieser Kosten würde im Zusammenhang mit dem Abbau von Mobilfunkanlagen, der Rationalisierung des Shop-Netzes und der Optimierung der operativen Prozesse entstehen", hieß es.

Damit würde der führende Mobilfunkbetreiber in Großbritannien entstehen. Nach den Daten per Ende Dezember 2008 hätte das Gemeinschaftsunternehmen 28,4 Mio. Kunden. Der Umsatz hatte 2008 bei 9,4 Mrd. Euro gelegen, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 2,1 Milliarden Euro. Bisher kommt T-Mobile als Nummer vier auf der Insel auf einen Marktanteil von 15 Prozent. Orange erreicht 21 Prozent. Der derzeitige Marktführer O2, eine Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns, kommt auf einen Anteil von 27 Prozent und liegt damit knapp vor Vodafone mit 25 Prozent.

Ein Vertragsabschluss wird für Ende Oktober erwartet. Außerdem wurde eine eingehende Prüfung der Bücher (Due Diligence) vereinbart. Die gesamte Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom, des Board of Directors von France Telecom sowie der Genehmigung durch die entsprechenden Wettbewerbsbehörden.

Im ersten Quartal hat die Telekom 1,8 Mrd. Euro auf ihre britische Tochter abgeschrieben, nachdem deren Umsatz und Gewinn dramatisch gefallen waren. Bis zuletzt hatte der Bonner Konzern alle Optionen für T-Mobile UK geprüft, neben einem Joint Venture auch einen Verkauf. Der britische Mobilfunkmarkt ist mit fünf Anbietern der am stärksten umkämpfte in Europa. Dementsprechend groß ist der Druck auf die Gewinnmargen. Einige Experten erwarteten seit längerem, dass die Anbieterzahl schrumpft. Im Sommer kamen erste Gerüchte über einen Verkauf von T-Mobile UK auf und haben den Kurs der T-Aktie beflügelt.

In das neue Joint Venture will die Deutsche Telekom die gesamten Aktivitäten von T-Mobile UK ohne Barmittel und Schulden einbringen. Dazu gehört auch die 50-prozentige Beteiligung am 3G-Joint-Venture mit dem Hutchinson und einschließlich steuerlicher Verlustvorträge von brutto mindestens 1,5 Milliarden Pfund. France Telecom würde 1,25 Milliarden Pfund Schulden mitbringen. Beide Unternehmen wollen aber Darlehen von jeweils 625 Millionen Pfund gewähren, so dass das Joint Venture im Ergebnis mit Schulden von 1,25 Milliarden Pfund starten würde. Die beiden Anteilseigner gehen fest davon aus, dass die Transaktion Wert schaffen wird und sich ab 2010 positiv auf den Free Cash Flow je Aktie und ab 2011 auf den Gewinn je Aktie auswirken werde.

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