Geplante Übernahme
Lenovo kündigt Einsparungen bei Medion an

Nach der Übernahme kommt das Einsparen: Ein hochrangiger Lenovo-Manager hat nun erste Pläne für die Marke Medion vorgestellt - und keinen Zweifel daran gelassen, dass sich strukturell bei Medion einiges verändern wird.
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München/EssenDer chinesische Computerbauer Lenovo sieht sich bei der geplanten Übernahme des Aldi-Lieferanten Medion im Plan. „Wir sind da gut unterwegs“, sagte der zuständige Lenovo-Manager Milko van Duijl der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Nach den Planungen will der Konzern die Übernahme bis zum 1. September abschließen. Aus rechtlichen Gründen könne man erst danach in die konkreten Planungen zu Medion einsteigen.

Van Duijl gab aber ein Bekenntnis zur Zukunft der Marke Medion ab: Eine Zusammenlegung mit der Marke Idea, unter der Lenovo das Endkundengeschäft betreibt, sei „derzeit nicht geplant“. Man werde den Markt künftig mit beiden Marken bedienen. Idea sei bei Elektronik-Fachmärkten wie Media Markt positioniert, Medion dagegen bei Aldi oder Tchibo. Diese Ausrichtung wolle man beibehalten.

Zugleich deutete van Duijl Veränderungen in der bestehenden Produktionsstruktur von Medion an. „Im PC-Geschäft ist Größe alles“, sagte er. Lenovo habe im abgelaufenen Jahr 32 Millionen Rechner verkauft, Medion rund 1,3 Millionen. Nach der Übernahme werde man „alles auf den Prüfstand stellen, vom Design über die Fertigung bis zu Logistik und Lieferzeit.“ Dann werde man schauen, „was das Beste ist, um die Größenvorteile in Einsparungen umzusetzen“.

Derzeit lässt Medion seine Geräte im thüringischen Sömmerda fertigen. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, Lenovo könnte die Fertigung der Medion-Geräte nun in die eigenen Hände nehmen.

Die Chinesen haben Erfahrung mit großen Übernahmen: Vor einigen Jahren hatten sie bereits die PC-Sparte des US-Konzerns IBM erworben.

Nun wollen sie mindestens 51 Prozent des Medion-Grundkapitals. Anfang Juni hatten sie den Medion-Aktionären 13 Euro je Aktie in bar geboten. Unternehmensgründer, Mehrheitseigentümer und Vorstandschef Gerd Brachmann nahm das Angebot zu großen Teilen bereits an.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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