Gericht soll über Peoplesoft-Kauf entscheiden
Oracle lässt es auf Prozess ankommen

Der US-Softwarekonzern Oracle Corp., der seit acht Monaten aggressiv versucht, den Konkurrenten Peoplesoft Inc. zu übernehmen, will es mit einem neuen mächtigen Gegner aufnehmen.

je PORTLAND. Die Kartellwächter des US-Justizministeriums und sieben Bundesstaaten klagten Ende vergangener Woche vor einem Gericht in San Francisco auf Verbot der Fusion. Oracle konterte, sie werde vor Gericht beweisen, dass „die Klage jeder faktischen und gesetzlichen Basis entbehrt.“ Oracles Chancen stehen dabei nach Aussagen von Rechtsexperten schlecht. In der Vergangenheit gaben die meisten Unternehmen ihre Übernahme- oder Fusionsabsichten auf, wenn die Kartellwächter Einspruch erhoben. „Dies ist ein klarer Fall für die Anwendung der Antitrust-Gesetze“, sagt der frühere Kartellanwalt im Justizministerium, Jeffrey Blattner.

„Der Zusammenschluss würde auf einem wichtigen Softwaremarkt die Zahl der führenden Anbieter von drei auf zwei reduzieren“, begründete der stellvertretende Justizminister Hewitt Pate die Klage. Ironischerweise kann er sich dabei auf Ausführungen von Charles Phillips, einem von zwei Oracle-Präsidenten, berufen. In seinem früheren Job als Analyst schrieb er 2002, der Markt der Anwendungssoftware für große Unternehmen und Behörden sei ein Oligopol aus drei führenden Anbietern, SAP, Oracle und Peoplesoft. Oracle hält dagegen, der Markt sei viel fragmentierter und der größte Anbieter, die SAP AG, beherrsche nur ein Fünftel, gefolgt von Peoplesoft mit 7 % und Oracle mit 6 %. Pate argumentiert, dass große Firmen und Behörden bei komplexen Anwendungsprogrammen, die Hunderte von Millionen Dollar kosten können und deren Installation Monate dauert, nur die Wahl zwischen drei Anbietern hätten.

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