Gerichtsentscheid
Telekom darf mit T-Online fusionieren

Die Telekom ist am Ziel: Sie darf ihre Internet-Tochter T-Online auf sich verschmelzen. Kleinaktionäre hatten das vor Gericht zu verhindern versucht.

HB FRANKFURT. Der Bundesgerichtshof habe die Rechtsbeschwerden von Aktionären gegen die Freigabe der Fusion verworfen, teilte die Telekom-Tochter am Donnerstag mit. Dadurch könne die Verschmelzung ins Handelsregister eingetragen und wirksam werden. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte die Verschmelzung zwar vorzeitig freigegeben, aber eine Beschwerde beim BGH zugelassen.

Die Fusion, die die Telekom als wichtig für die Integration von Online- und klassischem Telefonie-Geschäft betrachtet, hatte sich durch den Rechtsstreit monatelang verzögert.

Telekom und T-Online hatten auf eine schnelle Integration gedrängt, um im Wettbewerb mitzuhalten. Nur so könne die Telekom Produkte aus einer Hand anbieten, damit dem Verlust klassischer Festnetzanschlüsse Einhalt gebieten und das Kundenwachstum beim schnellen Internet (DSL) forcieren.

Kleinaktionäre hatten die Zustimmung der von der Telekom dominierten Hauptversammlung zur Integration von T-Online im vergangenen Jahr vor Gericht angefochten und waren in erster Instanz sogar erfolgreich gewesen, ehe das OLG den Unternehmen Recht gab. Sie erachten das Abfindungsangebot der Telekom für zu gering, das weit unter dem Preis für die Aktien beim Börsengang von T-Online liegt.

Ein Sprecher des BGH wollte sich zu den Entscheidungsgründen nicht äußern. Zunächst müssten mehr als 30 Verfahrensbeteiligte informiert werden, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

„Wir begrüßen die Entscheidung des Bundesgerichtshofes. Das Wirksamwerden der Verschmelzung wird uns erlauben, die Synergien der Verschmelzung noch im laufenden Geschäftsjahr so umfassend wie möglich zu realisieren und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern“, sagte Rainer Beaujean, Vorstandsvorsitzender der T-Online AG.

Über die Anfechtungsklagen selbst soll im Herbst verhandelt werden. Dabei geht es nach der Entscheidung aus Karlsruhe aber nur noch um möglichen Schadensersatz.

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