Gerichtsurteil wegen überhöhter Preise für Datenüberlassung
Telekom soll Telegate Millionen zurücküberweisen

Ein Gericht hat die Deutsche Telekom dazu verurteilt, Deutschlands zweitgrößter Telefonauskunftsfirma Telegate Millionen für die Überlassung von Daten zurückerstatten. Die Telekom will das Urteil anfechten.

HB MÜNCHEN. Das Landgericht Köln habe die Telekom in erster Instanz zur Rückzahlung der eingeklagten Datenkosten von 65,2 Millionen Euro zuzüglich Zinsen verurteilt, teilte Telegate am Mittwoch mit. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig. „Wir werden das Urteil nicht akzeptieren“, sagte ein Deutsche-Telekom-Sprecher. Das Unternehmen werde alle rechtliche Möglichkeiten ausnutzen. Die Telekom halte die Forderungen von Telegate für unbegründet.

Telegate ist der einzige nennenswerte Konkurrent der Telekom in der Telefonauskunft, baut dabei aber auf die Teilnehmerdaten, die die Telekom zur Verfügung stellen muss. Die Bundesnetzagentur - der Nachfolger der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation - hatte entschieden, dass die Telekom für die Weitergabe von Kundendaten künftig nur noch einen Bruchteil der bisherigen Preise verlangen kann. Statt bisher 49 Millionen Euro könne die Telekom künftig nur knapp 800 000 Euro dafür geltend machen. Die Telekom will auch dagegen rechtliche Schritte gehen.

Telegate hatte die Telekom im Dezember 2004 auf Rückzahlung von 70 Millionen Euro plus Zinsen wegen überhöhter Datenkosten aus den Jahren 1996 bis 2004 verklagt. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf hatte die Telekom im Juni bereits in zweiter Instanz zur Rückzahlung eines Teilbetrags von fünf Millionen Euro an Telegate verurteilt. Über die noch ausstehenden 65 Millionen Euro wurde nun in erster Instanz am Landgericht Köln verhandelt.

Die Telegate-Aktie stieg nach der Entscheidung zeitweilig um mehr als elf Prozent auf ein Jahreshoch von 20,44 Euro. Telekom-Aktien lagen 0,3 Prozent im Minus bei 15,28 Euro.

Erst am Freitag hatte Telegate beim Landgericht Bonn zudem eine Schadenersatzklage über 86 Millionen Euro gegen den Marktführer eingereicht. Telegate sei wegen zu hoher Gebühren für die Bereitstellung der Teilnehmerdaten ein wirtschaftlicher Schaden entstanden, hatte eine Sprecherin den Schritt begründet und sich dabei auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur berufen.

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