„Germany’s Gold“: ARD und ZDF investieren in Online-Videoportal

„Germany’s Gold“
ARD und ZDF investieren in Online-Videoportal

Die öffentlich-rechtlichen Sender nutzen ihre Gebührengelder um einen Zukunftsmarkt zu erobern. Sie investieren einen zweistelligen Millionenbetrag in eine Online-Videothek.
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CannesDas umstrittene Videoportal von ARD und ZDF steht unmittelbar vor seiner Gründung. „In den nächsten Wochen wird die Gesellschaft gegründet“, sagte Alexander Coridaß, Geschäftsführer von ZDF Enterprises, auf der Film- und Fernsehmesse Mip-TV in Cannes, dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Das neue Unternehmen soll bis Ende April als GmbH in Berlin aus der Taufe gehoben werden. 

Bei „Germany’s Gold“, so der Arbeitstitel der Online-Videothek, werden die Gesellschafter, allen voran die Töchter von ARD und ZDF, tief in die Tasche greifen müssen. Aus Gesellschafterkreisen verlautete, das ein niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Betrag notwendig sein werde. Eine offizielle Zahl wird von den Gesellschaftern derzeit noch nicht genannt. Es sind vor allem die hohen Kosten für Technik und Marketing, die offenbar ins Geld gehen.

Wie Gesellschafter bestätigen, soll es eine Doppelspitze geben. Die Namensfindung für die Firma läuft noch. Erste Vorschläge werden bereits diskutiert, berichten Beteiligte. Noch 2012 sollen sich dann Kunden Filme, Dokumentationen und Serien aus dem Internet herunter laden können. „Wir wollen noch in diesem Jahr starten, um das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen“, sagte Thomas Weymar, Geschäftsführer der ARD-Rechtevertriebstochter Global Screen und Gesellschafter des neuen Videoportals, in Cannes. 

Die Mehrheit an der neuen Firma werden ARD und ZDF über ihre kommerziellen Töchter, darunter sind ZDF Enterprises, Global Screen und WDR Media Group, mit jeweils 33 Prozent halten. Weitere 17 Prozent werden dem Münchener Filmproduzenten und ehemaligen Kirch-Vize Jan Mojto („Borgia“) gehören. Er besitzt die legendäre Filmbibliothek von Leo Kirch. Weitere insgesamt 17 Prozent entfallen auf eine Reihe von TV-Produzenten wie Brainpool („Stefan Raab“), Ziegler Film („Mordkommission Istanbul“), Schmidtz Katze („In Darkness“), NdF („Bergdoktor“) und Studio Hamburg („Rote Rosen“), eine Tochter des NDR.

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  • der Bericht ist schön süffisant geschrieben, aber inhaltlich - siehe Überschrift - natürlich sehr tendenziös. ich bin wahrlich kein ständiger Seher von ör programme und sicherlich nur in Ausnahme kunde eines solchen angebots, aber wenn kommerzielle Tochterunternehmen dieser TV Sender sowie Produzenten(!) ein solches Portal starten hat das weder was mit GEZ geldern zu tun noch mit Quersubventionierung. Das hat der Gesetzgeber ausreichend geregelt - sich am besten informieren, vor dem Schreiben!:)

  • Ines, da hast recht!

    Vermute das es ab dem Moment wo das System in Kraft tritt und auch tatsächlich zu "Eintreibungen" kommt, die ganze Sache vor´s Bundesverfassungsgericht oder gar Europagericht kommt.

    Dazu kommt, das ich keinen Vertrag mit der GEZ abgeschloßen habe und somit auch nicht zu Leistungen bzw Entlohnung kommt.

  • Die Abzocke geht weiter!
    Milliarden an Gebühren für Fernsehschrott!

    Warum greift die EU nicht ein?

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