Geschäft mit klassischer Musik
Die Pavarotti-AG

Startenor Luciano Pavarotti war neben Maria Callas der kommerziell erfolgreichste Klassikstar aller Zeiten. Seine Mischung aus Oper, Pop und Geschäft wurde von Kritikern als „Pavarotti AG“ geschmäht. Besonders eine Gage, die der Sänger in den Neunzigern erhalten haben soll, sorgte für Furore.

HB HAMBURG. Pavarotti verkaufte rund 100 Mill. Langspielplatten, CDs und Videos und erreichte damit als erster Klassikkünstler Verkaufserfolge wie im Popmusikgeschäft.

Ein Live-Mitschnitt von Pavarottis Auftritt zusammen mit Placido Domingo und José Carreras während der Fußball-WM in Italien 1990 wurde mit rund elf Mill. verkauften Platten und CDs der größte Klassik-Bestseller der Geschichte. Pavarotti soll dafür nach Medienberichten mit 300 000 Dollar seine bis dahin höchste Gage erhalten haben. Angesichts des großen Erfolgs habe er aber 1,5 Mill. Dollar „Nachzahlung“ erzwungen, hieß es. Bei einem Auftritt der Tenöre in Los Angeles 1994 habe dann bereits jeder der drei Künstler zwei Mill. Dollar kassiert.

Um die Höhe seine Einnahmen stritt Pavarotti wiederholt mit dem Finanzamt. Im Jahr 2001 sprach ihn ein Gericht in Italien frei - die Staatsanwaltschaft hatte eineinhalb Jahre Haft wegen der Hinterziehung von mehr als 20 Mill. Euro Steuern gefordert.

Der Star-Tenor war am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 71 Jahren in seiner italienischen Heimatstadt Modena an einem Krebsleiden gestorben.

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