Geschäft mit öffentlicher Sicherheit
Siemens-Sorgenkind SBS hofft auf Staatsaufträge

Pässe mit eingebauten Chips, verschärfte Grenzkontrollen, Kameraüberwachung in Fußgängerzonen: Der Staat gibt immer mehr Geld dafür aus, seinen Bürgern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Für Firmen eröffnet sich damit ein riesiger Markt. Auch Siemens, Deutschlands größter Technologiekonzern, will davon profitieren.

MÜNCHEN. Das langjährige Sorgenkind des Traditionsunternehmens, die IT-Dienstleistungstochter SBS, soll das Geschäft vorantreiben. „Das ist ein Milliardenmarkt, der jährlich um einen zweistelligen Prozentsatz wächst“, sagt Mirko Panev, bei SBS verantwortlich für das Geschäft mit der öffentlichen Sicherheit. Allein in Europa fließen derzeit Millionen in neue Ausweise, auf denen bald auch die Fingerabdrücke gespeichert werden sollen. Das Beratungshaus International Biometric Group rechnet damit, dass die Umsätze mit biometrischen Anwendungen jedes Jahr um ein Drittel wachsen und 2010 sechs Mrd. Dollar erreichen. Das dazugehörige Projektgeschäft übersteigt dieses Volumen noch deutlich.

Lukrative Aufträge locken vor allem mit IT-Systemen für die Erfassung und Auswertung der Daten: „Das wird die nächste Welle auslösen“, sagt Panev. Derzeit rüsten etwa die im Schengen-Abkommen zusammengeschlossenen Staaten ihre IT-Systeme auf, um neue Mitglieder wie die Schweiz aufnehmen zu können.

SBS sieht sich als Spinne im Netz: Die Münchener liefern Software und bringen Länder und Behörden in einem System zusammen. Zudem sorgt SBS im Verbund mit anderen Konzernbereichen für die nötigen Geräte, etwa Überwachungskameras.

Um die Aufträge konkurriert das Unternehmen mit international tätigen IT-Dienstleistern wie IBM. Siemens-Rivale General Electric aus den USA hat sogar eine eigene Sicherheitssparte. Der Schwerpunkt des Geschäfts liegt aber nicht auf der IT, sondern auf Geräten etwa zum Aufspüren von Sprengstoff. Auch deutsche Anbieter bemühen sich entlang der Wertschöpfungskette um Sicherheitsaufträge. Das Münchener Familienunternehmen Giesecke & Devrient beispielsweise produziert Chipkarten und Ausweise und liefert die nötige Software. Der Chiphersteller Infineon entwickelt Halbleiter, die hohen Sicherheitsstandards genügen, etwa für die Zugangskontrolle. „Da gibt es großes Potenzial für Produkte mit hoher Wertschöpfung“, sagt Helmut Gassel, Chef des Smartcardgeschäfts von Infineon.

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