Geschäftsausblick
United Internet will Umsatz um ein Zehntel steigern

Das Jahr hat für United Internet gut angefangen. Jetzt gilt es, die anfänglichen Verluste in neuen Geschäftsfeldern zu beschränken. Denn der Konzernchef hat ein ehrgeiziges Ziel.
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FrankfurtUnited Internet will die Anlaufverluste in seinen neuen Geschäftsfeldern im laufenden Jahr drosseln und den operativen Gewinn dadurch kräftig steigern. Die Verluste im Geschäft mit vorgefertigten Internet-Auftritten, dem sicheren E-Mail-Versand oder neuen Internetadressen-Endungen sollen auf 40 Millionen von 108 Millionen Euro im vergangenen Jahr gedrückt werden, wie Vorstandschef Ralph Dommermuth am Donnerstag in Frankfurt sagte.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) des Unternehmens aus Montabaur soll dadurch um mehr als ein Viertel auf 520 (2013: 408) Millionen Euro steigen. „Das Jahr ist gut angelaufen. Die Basis ist gelegt“, sagte Vorstand Norbert Lang.

Internet-Milliardär Dommermuth will den Umsatz 2014 erneut um rund zehn Prozent auf dann 2,9 Milliarden Euro steigern. Im vergangenen Jahr lag das Plus bei 10,8 Prozent, der Umsatz erreichte mit 2,66 Milliarden Euro ein Rekordniveau. Um neue Höhen zu erreichen, sollen United Internet aber schon 800.000 neue Verträge für Internet-, Mobilfunk- und Festznetzanschlüsse sowie Dienstleistungen rund um das Internet reichen. 2013 stieg die Zahl der Verträge noch um 1,07 Millionen auf 13,4 Millionen, sie verfehlte damit die Erwartungen aber leicht.

Grund dafür war unter anderem, dass der rasant gestartete Verkauf von Internet-Seiten zum Selberbauen im zweiten Halbjahr lahmte. Statt 60.000 Kunden konnten sich nur noch 20.000 dafür begeistern. „Wir haben gemerkt, dass unsere Wettbewerber in dieses Segment vordringen, mit sehr aggressiven Preisen“, sagte Dommermuth.

Das Werbebudget sei daher auf die Reservierung neuer Adressendungen fürs Internet wie „.bayern“, „.sport“ oder „.shop“ umgeleitet worden, die nun erlaubt sind. 5,9 Millionen Vorreservierungen seien eingegangen. Auch die verschlüsselten E-Mails unter dem Namen „De-Mail“ erfüllten die Erwartungen nicht ganz. Um das Geschäft anzukurbeln, will United Internet sie an Privatkunden von web.de oder GMX verschenken. Weitere Produktneuheiten seien in diesem Jahr nicht geplant, sagte Dommermuth. „Ich sehe keine neuen Trends“, sagte er.

Die United-Internet-Aktie sprang am Donnerstag um mehr als fünf Prozent auf 33,90 Euro. Das lag vor allem an der überraschend um zehn auf 40 Cent je Aktie erhöhten Dividende. Mit dem Ergebnis, das im neuen Jahr auf 1,40 bis 1,50 (2013: 1,07) Euro je Aktie wachsen soll, werde auch die Dividende steigen, „es sei denn, wir müssten das Geld für eine Akquisition zusammenhalten“, sagte Dommermuth. Er ist als Großaktionär (42 Prozent) einer der größten Nutznießer davon.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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