Geschäftsjahr 2004
Sony Deutschland verfehlt schwarze Zahlen

Der Elektronikkonzern Sony Deutschland hat im vergangenen Geschäftsjahr (31. März) das Ziel einer „schwarzen Zahl“ verfehlt.

dpa KÖLN. „Wir wollten nah an die schwarze Null dran kommen, aber das schaffen wir nicht. Wir bleiben rot“, sagte Sony Deutschland-Chef Wolfdieter Griess in einem dpa-Gespräch. Dies hänge allerdings nicht allein mit dem operativen Geschäft zusammen. Neben verspäteter Warenlieferungen habe es auch erhöhte Kosten durch Rückstellungen und Abfindungen gegeben.

2003 lag der operative Verlust nach den Worten von Griess bei 36 Mill. Euro. „Im Geschäftsjahr 2004 haben wir den Verlust um über 60 Prozent reduziert.“ Dennoch gebe es einen Verlust, der „leicht im zweistelligen Millionenbereich“ liege. Dies hänge auch damit zusammen, dass im Weihnachtsgeschäft eine „dicke zweistellige Umsatzzahl nicht realisiert werden konnte“, weil die Ware nicht zur Verfügung gestanden habe. „Dabei hat es sich überwiegend um Digitalprodukte gehandelt, die nicht lieferbar waren“, sagte der Sony-Deutschland-Chef.

Zudem seien rund 300 Stellen abgebaut oder ausgelagert worden. „Die Stellenreduzierung ist schneller gegangen als erwartet, und es ist dadurch zu erhöhten Kosten wie Rückstellungen und Abfindungen gekommen.“ Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach Sony im abgelaufenen Geschäftsjahr allein im operativen Geschäft mehr als zehn Mill. Euro Verlust geschrieben haben soll. „Die genannten Zahlen stimmen nicht“, sagte Griess. Konkrete Angaben könne er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt machen, da gerade der Jahresabschluss erstellt werde.

Im angelaufenen Geschäftsjahr werden nach den Worten von Griess die Werbeausgaben speziell in Deutschland stark nach oben gehen. Er bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“. „Es wird ein Projekt in Europa anlaufen, wobei gerade in Deutschland erheblich mehr Werbung laufen wird.“ Deutschland sei in punkto Werbung in den vergangenen zwei Jahren etwas vernachlässigt worden. „Jetzt wird es ein dickes zweistelliges prozentuales Wachstum bei den Werbeausgaben geben“, sagte der Sony- Deutschland-Chef, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.

Sony-Europa-Chef Chris Deering sagte der „Financial Times Deutschland“: „Wir werden mehr Geld für das Marketing in Deutschland ausgeben als jemals zuvor.“ So solle der Anteil der Marketingausgaben künftig in etwa dem Umsatzanteil entsprechen. Dieser betrage derzeit neun Prozent vom Konzernumsatz. Deutschland gehöre neben Großbritannien und Frankreich zu den wichtigsten Märkten für Sony in Europa.

Der Anstieg des Werbebudgets in Deutschland sei auch Teil einer europäischen Kampagne, mit der Sony sein Geschäft voranbringen will. So sollen in die Vermarktung der Sony-Produkte in Europa in den kommenden drei Jahren mehr als eine Milliarde Euro fließen, sagte Marketingchef David Patton der Zeitung. Derzeit investiert der Konzern noch durchschnittlich bis zu fünf Prozent seines Umsatzes ins Marketing, sagte Deering.

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