Geschäftsjahr beschert schmalen Gewinn
Jenoptik verbreitet Optimismus

Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik erwartet im Jahr 2004 eine Steigerung bei Umsatz und Ergebnis.

HB BERLIN Der Technologiekonzern Jenoptik sieht ein Ende der Branchenkrise und rechnet im nächsten Jahr wieder mit höheren Gewinnen. „Wir haben das Ende einer dreijährigen ganz schweren Krise erreicht. Der Druck auf die Gewinnmargen ist vorbei“, sagte Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben am Donnerstag im Gespräch mit Reuters. „Ich bin ganz optimistisch“, betonte er mit Blick auf das Jahr 2004. „Umsatz und Ergebnis werden höher liegen als 2003.“ Dies zeige sich bereits am Auftragsbestand von fast drei Milliarden Euro.

In diesem Jahr werde aufgrund der Kosten für die kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung der Überschuss voraussichtlich gut 20 Millionen Euro erreichen. Die Kosten würden wohl noch in diesem Jahr abgerechnet. Allerdings verwies von Witzleben auf strittige Forderungen für ein Projekt in Malaysia von 20 Millionen Euro, die in dieser Prognose eingerechnet seien. Von Witzleben zufolge gibt es noch keine konkreten Pläne für die Zukunft des Anlagenbaus, wo Jenoptik nach einem Investor sucht.

QUARTALSERGEBNIS FIEL SCHWÄCHER ALS IM VORJAHR AUS Im dritten Quartal hatte der Konzern bei Umsatz und Ergebnis unter Vorjahresniveau abgeschnitten. Jenoptik betonte aber, dass das vierte Quartal wegen der Abrechnungen im Anlagenbau traditionell das entscheidende für den Konzern sei. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im dritten Quartal bei 13,3 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das Minus 1,5 Millionen Euro. Die Abrechnung margenschwacher Projekte im Anlagenbau sowie Restrukturierungsaufwendungen hätten das Ergebnis belastet. Auch der Umsatz lag mit knapp 268 Millionen Euro unter dem Niveau von 2002. Dennoch bekräftigte der Konzern, dass der Umsatz 2003 bei zwei Milliarden Euro liegen werde. Voraussetzung sei, dass die Projekte im Anlagenbau fristgerecht abgerechnet würden. Die im TecDax notierte Jenoptik-Aktie tendierte in einem freundlichen Gesamtmarkt am Donnerstagmittag leicht im Minus bei 8,95 Euro.

VON WITZLEBEN: AUFTRÄGE SORGEN FÜR HÖHEREN UMSATZ UND GEWINN Der Jenoptik-Chef wollte die Höhe der Ergebnisverbesserungen 2004 nicht beziffern. Sie würden aber sowohl im operativen Geschäft (Ebit) erzielt, als auch netto unter dem Strich. Die Gewinnmargen im umsatzstärksten Bereich Anlagenbau würden im nächsten Jahr steigen. Die so genannte Sparte Clean Systems, die vor allem dem Bau von Anlagen für die Halbleiterindustrie umfasst, soll knapp 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr umsetzen - bei einer Rendite von unter 1,8 Prozent. Dies werde sich aber 2004 verbessern, sagte von Witzleben. Auch die Aufträge würden in den nächsten Quartal zulegen. Im dritten Quartal hatte sich der Auftragsbestand von knapp drei Milliarden Euro nicht weiter erhöht.

Für Clean Systems sucht Jenoptik seit längerem einen Investor, um die Kapitalbasis zu stärken. Die Vorfinanzierung der Projekte über Banken habe hier eine Grenze erreicht, hatte Jenoptik erklärt. „Das muss gelöst werden“, betonte von Witzleben erneut. Der Jenoptik-Chef stellte aber klar, dass das profitablere Gebäudemanagement für ihn fest zu diesem Bereich gehört und nicht abgetrennt werden soll. Mittelfristig will sich Jenoptik mehr auf die zweite Konzernsäule, die Sparte Photonics, konzentrieren. In diesem Jahr soll sie einen Umsatz von bis zu 300 Millionen Euro bei einer Rendite von neun bis zehn Prozent erzielen. Bei Photonics (Laser) plane Jenoptik in Europa noch weitere Zukäufe.

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