Geschäftskundentarife
Arcor klagt gegen Telekom

Die neuen Geschäftskundentarife der Deutschen Telekom erregen zunehmend den Ärger der Konkurrenz. Arcor wirft der Telekom "eine neue Phase des Verdrängungswettbewerbs" vor.

HB DÜSSELDORF. Der zweitgrößte deutsche Festnetzanbieter Arcor hat gegen die neuen Geschäftskundentarife der Deutschen Telekom AG geklagt. Beim Verwaltungsgericht Köln wurde Antrag auf ein Hauptsacheverfahren eingereicht, wie ein Sprecher der Arcor AG & Co aus Eschborn am Freitag mitteilte. Die Klage richte sich gegen Mindestumsätze, bei deren Erreichen die Telekom Rabatte einräumen will. Dieses Instrument wirke „wie eine Strafgebühr“ für Preselection-Kunden, also Teilnehmer mit einem Anschluss bei der Telekom, die ihre Gespräche dauerhaft über einen bestimmten anderen Anbieter führen.

Der Ex-Monopolist weist allerdings darauf hin, dass bereits die alten Tarife für Firmenkunden eine Rabattkomponente beeinhaltet hätten. Mit den vier neuen Angeboten ist eine höhere Grundgebühr und eine leichte Absenkung der Verbindungspreise verbunden. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte diese „Business-Call-Tarife“ kürzlich genehmigt. Ebenfalls billigte sie die Ausweitung einer umstrittenen Telefon-Flatrate (“XXL neu“). Die Telekom kann ihren Kunden damit vorerst am gesamten Wochenende gegen einen Aufpreis auf die Grundgebühr kostenlose Gespräche anbieten. Bisher galt dies für Sonn- und Feiertage.

Gegen diesen Beschluss reichte nach dem Wettbewerber 01051 nun auch Arcor eine Klage im Hauptsacheverfahren ein. Man sehe in der Pauschale einen „massiven Angriff gegen den Preselection-Markt“, sagte der Sprecher. Insgesamt starte die Telekom „eine neue Phase des Verdrängungswettbewerbs“.

Arcor ist der Hauptkonkurrent der Telekom im Privatkundengeschäft. Die jüngsten Entscheidungen des Regulierers haben zudem bei Colt Telecom für Unmut gesorgt. Das Unternehmen, das eine starke Stellung im Bereich der Firmenkunden hat, drohte ebenfalls den Gang vor Gericht an. Preselection ist für Ortsgespräche seit Anfang Juli in Deutschland möglich. Im April war das Ortsnetz, bis dato die letzte Domäne der Telekom, mit der Einführung von Call-by-Call geöffnet worden. Der Ex-Monopolist rechnet deswegen mit Marktanteilsverlusten von rund 20 Prozent.

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