Geschäftsquartal
Oracle erfüllt kühne Prognosen

Für den US-Softwarekonzern Oracle Corp ist sein Ende August abgelaufenes erstes Geschäftsquartal traditionell eine saisonale Schwächeperiode. Nach einer beispiellosen Serie von Übernahmen gilt das nicht mehr, versprach Oracle-Gründer und Chef, Larry Ellison. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse bestätigten indessen seine flotte Prognose von mindestens 20 Prozent Wachstum.

WASHINGTON. Oracles Reingewinn stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel auf 840 Mill. Dollar oder 16 Cents pro Aktie. Der Umsatz wuchs gleichzeitig um 26 Prozent auf 4,5 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 4,3 Mrd. Dollar gerechnet. Die Einnahmen aus neuen Softwarelizenzen, ein wichtiger Indikator für die Geschäftsentwicklung, nahmen um 35 Prozent zu. „Das ist das höchste Quartalswachstum seit zehn Jahren“, kommentierte Finanzchefin Safra Catz. Die Softwareerlöse kletterten im Quartal um 26 Prozent auf 3,5 Mrd. Dollar, die Einnahmen aus Dienstleistungen um 35 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar.

Für Oracle war dies das erste Quartal seit langem, in dem nicht in erster Linie große Akquisitionen für Wachstum sorgten. Zusätzlich hieß es, dass die Probleme auf dem US-Kreditsektor die Investitionsneigung des Finanzsektors belasten könnten, in dem Oracle-Software weit verbreitet ist. Die Ergebnisse lassen nichts davon spüren. Oracle Strategie, durch Übernahmen die Geschäftsbasis zu verbreitern, scheint voll aufzugehen. Der Konzern bietet heute für große Firmen ein komplettes Softwareangebot, vom Betriebssystem bis zu den verschiedenen Anwendungen für die Unternehmenssteuerung. Obwohl mehrere Anlagefonds Oracle-Aktien in großem Stil verkauften, hat der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um 30 Prozent zugelegt. Er zog im nachbörslichen Handel weiter scharf an.

Eine Herausforderung für Oracle ist SAPs Angebot von Software als Internet-Dienstleistung für kleine und mittlere Firmen. Mit diesem so genannten Business by Design steigt Oracles deutscher Erzrivale mit einem neuen Geschäftsmodell in einen Markt, dem großes Wachstum vorausgesagt wird. Pioniere in diesem Markt und damit ebenfalls Wettbewerber von Oracle sind Salesforce.com und NetSuite. NetSuite wird unter anderem privat von Oracle-Chef Ellison finanziert.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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