
DÜSSELDORF. Eben noch schwärmte er von Millionengeschäften, jetzt verwandelt sich Chin Yoon plötzlich in ein koreanisches Rumpelstilzchen. Er schreit. Er brüllt. Der untersetzte Vice President von Samsung fasst mit beiden Händen seinen schwarzen Terminkalender und hämmert ihn auf den Konferenztisch vor ihm.
Es ist Freitag, der 27. März 2009, und die anderen Männer im Wiener Hilton Hotel starren entgeistert auf den tobenden Yoon.
„Was sind Sie eigentlich für ein Geschäftsmann?“ brüllt der Koreaner. „Wissen Sie eigentlich, mit wem Sie es zu tun haben?“
Ihm gegenüber sitzt Roland Widuch, Vorstandschef der Zuffenhausener Softwarefirma CCP Systems. Ein Mann, der dachte, er kenne seinen Gesprächspartner. Schließlich haben sie vier Jahre zuvor schon einmal monatelang verhandelt. Am Ende stand Widuchs größter Deal: die kleine CCP aus Zuffenhausen mit dem großen Samsung aus Korea. Der damalige Generalbevollmächtigte zog den größten Vertrag an Land, den die 25-Mann-Firma aus Stuttgart-Zuffenhausen jemals gesehen hatte.
Die Schwaben haben ein Computerprogramm entwickelt, JScribe. Es macht Druckprozesse effizienter – ein großes Thema in vielen Unternehmen. Doch um damit Geld zu verdienen, brauchte CCP mächtige Partner und fand sie auch. Der US-Riese IBM zeichnete die Technologie mit seinem Bestseller-Award aus und erwarb eine weltweite Lizenz. Mit ihrem globalen Vertriebsnetz verkaufte IBM dann Lizenzen von JScribe an Samsung, den größten Elektronikkonzern der Welt. Die Konzerne witterten eine neue Geschäftsmöglichkeit auf ihren umkämpften Märkten, die Zuffenhausener die Chance auf einen Ausbruch aus der Nische. Es schien wie ein Geschäft zu beider Nutzen.
Aber von der einstigen Partnerschaft ist wenig geblieben.
Wenn der Weltkonzern sich am Mittelständler verschluckt
Die Geschichte des Zuffenhausener Mittelständlers CCP ist ein Drama auf Raten. Sie zeigt, was passiert, wenn ein kleines, hochinnovatives Unternehmen die Aufmerksamkeit von Weltkonzernen gewinnt – nicht aber deren Respekt. Die Giganten aus den Vereinigten Staaten und Korea, da ist man sich heute bei CCP sicher, wollen den Winzling aus Deutschland zwischen sich zermalmen. Verträge werden gebrochen, Rechnungen ignoriert – bis das kleine Unternehmen fast vor dem Aus steht.
Die Geschichte von CCP zeigt aber noch etwas anderes: Wenn die richtigen Akteure zusammenfinden, dann können sich auch internationale Multis an einem vermeintlich leichten Happen schwer verschlucken. Dafür gibt es schon andere Beispiele. Der deutsche Mittelständler Mitech etwa hat sich gerade erst gegen den US-Autokonzern Ford vor Gericht durchgesetzt. Der Amerikaner Robert Kearns, dessen Idee des Intervall-Scheibenwischers gestohlen wurde, setzte sich gleich gegen alle drei großen amerikanischen Automobilkonzerne durch.
Die Historie kennt viele findige Mittelständler, die ihre Innovationen durch arrogante Weltkonzerne ausgenutzt sahen. Eines hat ihnen stets geholfen: das amerikanische Schadensersatzrecht.
... zu verdienen, brauchte CCP mächtige Partner und fand sie auch. Der US-Riese ibM zeichnete die Technologie mit seinem bestseller-Award aus und erwarb eine weltweite Lizenz. Mit ihrem globalen Vertriebsnetz verkaufte ibM dann Lizenzen von JScribe an Samsung, den größten Elektronikkonzern der ....
Warum wird nicht ibM verklagt. Sie selber bezeichnen sie als Mittäter?
... Die Giganten aus den Vereinigten Staaten und Korea, da ist man sich heute bei CCP sicher, wollen den Winzling aus Deutschland zwischen sich zermalmen. ....
Zum Glück kann CCP auch in den USA klagen. in Deutschland werden sie im Verhältnis zum Schaden mit brosamen abgespeist.
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