Geschönte Abonnentenzahlen auf dem Prüfstand
Bafin ermittelt gegen Premiere

Nach dem Bekanntwerden überhöhter Abonnentenzahlen beim Bezahlsender Premiere nimmt die Börsenaufsicht Bafin die Vorgänge unter die Lupe. „Wir werden eine routinemäßige Analyse einleiten, um zu prüfen, ob Anhaltspunkte für Verstöße gegen kapitalmarktrechtliche Bestimmungen vorliegen“, sagte eine Bafin-Sprecherin.

HB DÜSSELDORF. Die Prüfung werde einige Wochen in Anspruch nehmen. Erst danach entscheidet die Bafin, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet wird. Premiere wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die Bafin.

Der Bezahlsender hatte die eigenen Angaben zur Kundenzahl um rund ein Fünftel gesenkt und einen operativen Verlust für das laufende Geschäftsjahr angekündigt. Der Premiere-Aktienkurs war angesichts der Nachrichten zeitweise um gut die Hälfte eingebrochen.

Erst am Vorabend hatte ein weiteres Vorstandsmitglied des Abosenders seinen Hut genommen. Der für Marketing und Vertrieb zuständige Vorstand Oliver Kaltner legte seinen Posten nach nur drei Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Über die näheren Hintergründe wurde nichts bekannt. Wenige Tage zuvor war bereits Finanzvorstand Alexander Teschner gegangen.

Die Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Vorgänge könnten auch juristische Konsequenzen nach sich ziehen. „Die Anwälte werden sich mit den Vorgängen beschäftigen“, zitierte „Euro am Sonntag“ die Kreise. Dabei gerate auch der Aufsichtsrat ins Blickfeld. Ein Premiere-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

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