Zwar erfuhr das Handelsblatt in Aufsichtsratskreisen, dass es sich bei den Verkaufsplänen bislang nur um "Planspiele" handelt, die Glaubwürdigkeit Allans strapaziert dies dennoch. Denn sollte sich der Dax-Konzern am Ende doch von seinem US-Expressgeschäft trennen, verlöre die Deutsche Post
gut die Hälfte des gesamten Amerika-Umsatzes. Von einer "starken Präsenz auf dem US-Markt", wie von Allan als angebliches Ziel verkündet, könnte dann kaum noch die Rede sein. Die Bonner Zentrale dementierte nicht einmal, dass es Gespräche mit Fedex
gibt. Dazu könne man nichts sagen, hieß es. Die Aktie schoss daraufhin am Freitag zeitweise um fünf Prozent nach oben.
Allans Achterbahnfahrt mit Informationen dürfte das Vertrauen der Finanzmärkte nicht gerade stärken, zumal der seit September amtierende Finanzchef schon einmal - im November 2007 - die Prognose für die angeschlagene US-Sparte nach unten korrigierte.
Tatsächlich sieht alles nach einer Kooperation mit dem amerikanischen Rivalen Fedex
aus, der zusammen mit UPS
dem Postableger DHL in den USA seit Jahren das Leben schwer macht. Kommt es zu einer Vereinbarung, könnte DHL dort das eigene teure Standortnetz dicht machen und Annahmestellen des Wettbewerbers nutzen. Fraglich wäre allein, ob die Kartellbehörden dem dann zustimmen.

