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Gesellschafter: Bistümer suchen Käufer für Weltbild

Die katholischen Bistümer suchen neue Gesellschafter für ihre expansive Verlagsgruppe Weltbild. Der ökonomische Erfolg der Verlagsgruppe wird für die Kirche zunehmend zum Problem - all zu oft kollidieren die Interessen der Bischöfe mit ökonomischen Entscheidungen. In der Buchbranche wird unterdessen ein möglicher Interessent gehandelt.

DÜSSELDORF. "Es werden Optionen geprüft, den Gesellschafterkreis zu verändern oder zu verbreitern", sagte eine Unternehmenssprecherin gestern. Sie bestätigte damit eine Vorabmeldung des Magazins "Focus". Das Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 1,6 Mrd. Euro soll aber als Ganzes erhalten bleiben "Eine Zerschlagung steht nicht zur Diskussion", sagte die Weltbild-Sprecherin am Sonntag.

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Der Schritt der Bischöfe, neue Gesellschafter bei Weltbild mit ins Boot zu holen, kommt für die Buchbranche nicht unerwartet. Gottfried Honnefelder, Verleger und Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, sagte gestern dem Handelsblatt: "Ein Verkauf von Weltbild ist nicht überraschend." Offenbar wurde der wirtschaftliche Erfolg der Verlagsgruppe für die Diözesen zum politischen Problem. Über drei Jahrzehnte hat sich das katholische Zeitschriftenhaus zu einem internationalen Medien- und Handelskonzern mit 9 600 Mitarbeitern entwickelt.

Die Interessen der Bischöfe und die unternehmerischen Entscheidungen vertragen sich offenbar auf die Dauer nicht. "Von katholischen Bistümern und der Konferenz der katholischen Bischöfe erwartet jedermann einen eindeutigen Tendenzbetrieb. Wenn das aber im Fall von Weltbild nicht der Fall ist und dieser Betrieb auch noch eine Erfolgsgeschichte par Excellence ist, dann stellt sich über kurz oder lang für die Gesellschafter die Frage, ob entweder eine Tendenz deutlich wird oder der Gesellschafterkreis verändern werden sollte", sagt Honnefelder.

Die Verlagsgruppe Weltbild mit einem Umsatz von 1,6 Mrd. Euro gilt als Juwel der Branche. Erst vor zwei Jahren stieg der Augsburger Konzern mit 460 Filialen zum größten Buchhändler in Deutschland auf. Weltbild gründete zusammen mit der Familie Hugendubel das Unternehmen Buch Handels GmbH (DBH). Darüber hinaus expandierte Weltbild ins Ausland. Heute ist der Konzern als Buchhändler in der Schweiz, in Österreich, Polen, Russland und in den Niederlanden präsent. Zum Gewinn macht das Unternehmen traditionell keine Angaben. Nach Meinung von Unternehmensinsidern liegt die Umsatzrendite im mittleren einstelligen Bereich. Die Teilgesellschaft Verlagsgruppe Weltbild GmbH erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 735 Mill. Euro und einen Jahresüberschuss von elf Mill. Euro.

Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild sind 14 katholische deutsche Diözesen und die Soldatenseelsorge Berlin. Mit rund 42 Prozent sind die Bistümer Mainz, München und Augsburg die größten Gesellschafter.

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