Gesetz zwingt Ärzte zur Aufrüstung ihrer EDV-Systeme und treibt damit das IT-Geschäft an
Softwarefirmen profitieren von Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform beschert den Anbietern von Software für Ärzte eine kräftige Belebung des Geschäfts. Vor allem der vorgesehene Zwang zur EDV-Abrechnung in den Praxen treibt das Geschäft von Herstellern wie Compugroup und Docexpert.

FRANKFURT/M. Bei der Docexpert-Gruppe laufen derzeit die Drähte heiß – auch wegen der bevorstehenden Einführung der Praxisgebühr. „Wir werden mit Bestellungen und Anfragen wegen der Neuregelungen überflutet“, erläutert eine Mitarbeiterin der Bamberger Softwarefirma.

Das Gesetz zur Modernisierung des Gesundheitssystems zwingt niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, auf die computergestützte Abrechnung umzustellen. Alle Arztpraxen, die noch auf Schein abrechnen, müssen im ersten Halbjahr 2004 ein EDV-System installieren lassen. Zudem sind Ärzte verpflichtet, von Patienten für den ersten Besuch im Quartal eine Praxisgebühr von zehn Euro zu kassieren.

Das Potenzial für die Softwarefirmen ist groß: Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung haben knapp 30 000 Arztpraxen in Deutschland keinen Computer. Besonders ältere Ärzte scheuten es, sich kurz vor dem Ruhestand noch mit neuer Technik vertraut zu machen, berichten Softwareanbieter übereinstimmend.

Paragraf 295 des neuen Gesetzes, der die EDV-Nutzung vorschreibt, erweist sich daher als Segen für die Branche. Frank Gotthardt, Chef der in diesem Nischenmarkt führenden Compugroup in Koblenz, erhofft sich einen Anstieg des Neugeschäfts. Auch Conny Peter Silberstein, Geschäftsführer von Docexpert, berichtet von einer Belebung: „Informationsveranstaltungen der Kassenärztlichen Vereinigungen haben vielfach Interesse an unseren Produkten geweckt.“

Der deutsche Markt für Arztcomputer und Software wird in der Branche auf gut eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Davon entfallen gut 200 Mill. Euro auf das Softwaregeschäft. Hinzu kommen noch die Zahnarztpraxen, die als Erste auf moderne IT-Systeme setzten.

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