Gespräche bestätigt
X-Fab verhandelt über Münchener Infineon-Werk

Der Erfurter Chip-Hersteller X-Fab hat Interesse an der von der Schließung bedrohten Münchener Chipfabrik von Infineon. Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt Infineon sogar, das Werk zu verschenken.

HB MÜNCHEN. „Wir können bestätigen, dass es Verhandlungen gibt“, sagte X-Fab-Finanzchef Chris Förster am Mittwoch. Mit Verweis auf die noch laufenden Gespräche wollte er sich aber nicht näher dazu äußern. Auch Infineon bestätigte die Verhandlungen mit X-Fab. „Noch gibt es aber keine Lösung“, sagte Rainer Westermann, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Infineon. „Die Gespräche sind schwierig und es ist unklar, ob sie zu einem Abschluss führen“, fügte er hinzu.

Bislang hatte Infineon zwar gesagt, dass es einen Interessenten für das Werk gebe, aber keinen Namen genannt. Infineon hat auch stets bekräftigt, an der Schließung des Werkes festzuhalten, sollten die Gespräche scheitern. Der Standort müsse am Ende auf Dauer wettbewerbsfähig sein, sagte Westermann.

Infineon will das Werk in München-Perlach wegen dessen veralteter Produktionstechnologie schließen. Dort werden vor allem elektronische Bauteile für Spezialtechnologien produziert.

Den größten Anteil daran haben Chips im Hochfrequenzbereich, wie sie in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Allerdings werden die Funktionen dieser Halbleiter immer häufiger in andere Chips integriert, so dass sich die Auslastung des Werks nach Angaben von Infineon immer mehr verringert hat. In Perlach wird noch auf Siliziumscheiben (Wafer) mit einem Durchmesser von 150 Millimetern produziert. Standard sind aber inzwischen 200 Millimeter, was eine weitaus höhere Ausbeute und damit deutlich mehr Rendite bringt. Die Produktion soll von München nach Regensburg und Villach verlagert werden.

Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) zufolge erwägt Infineon sogar, das Münchner Werk an X-Fab zu verschenken. Zudem verhandelten beide Unternehmen über eine Zuzahlung von Infineon an X-Fab und längere Arbeitszeiten für die Belegschaft. Die Zuzahlung könnte sich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag belaufen, berichtet die Zeitung ohne Quellenangabe. Im Gegenzug fordere Infineon von X-Fab, die Mehrheit der Arbeitsplätze in dem Münchner Werk zu erhalten. Infineon wollte den Zeitungsbericht am Mittwochabend nicht kommentieren.

X-Fab wollte Anfang 2004 an die Börse gehen, hatte den Börsengang wegen zu geringer Nachfrage aber in letzter Minute abgesagt. 2004 schrieb X-Fab nach einem Verlust im Vorjahr schwarze Zahlen. X-Fab ist ein reiner Auftragsproduzent und stellt mit rund 1000 Mitarbeitern Schaltkreise her. Infineon hat weltweit 35.570 Mitarbeiter.

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