Gespräche im Mai
Belgier halten an Bertelsmann-Börsengang fest

Die belgische Gruppe Bruxelles Lambert (GBL) will von ihrem Recht Gebrauch machen, ihren Anteil an dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann an die Börse zu bringen. Mit einem geschätzten Wert der Beteiligung von rund fünf Milliarden Euro wäre dies einer der größten Medien-Börsengänge überhaupt.

HB BRÜSSEL. GBL wolle im Mai Gespräche mit Bertelsmann darüber aufnehmen, teilte der einzige freie Aktionär des Gütersloher Konzerns am Dienstag mit. „GBL hat entschieden, sein Recht wahrzunehmen und von Bertelsmann zu fordern, einen Börsengang zu starten“, sagte der belgische Investor Albert Frere auf der GBL-Hauptversammlung. Bislang seien die Verhandlungen mit Bertelsmann freundschaftlich verlaufen, hob er hervor. Bertelsmann wollte sich nicht zu der Entwicklung äußern.

Seit 2001 hält GBL 25,1 Prozent an Bertelsmann. Im Gegenzug hatte GBL damals seine 29,9 Prozent an der Sendergruppe RTL an die Gütersloher abgegeben. Im Kaufvertrag hatte sich GBL das Recht gesichert, ihren Anteil ab Mai 2006 entweder zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Bei einem Verkauf hätte Bertelsmann ein Vorkaufsrecht.

Die von der Eigentümerfamilie Mohn kontrollierte Bertelsmann-Gruppe will nach Einschätzung von Branchenkennern den Börsengang des GBL-Anteils verhindern und erwägt, die 25 Prozent zurückzukaufen. Medienberichten zufolge zieht Bertelsmann deshalb die Option in Betracht, sich von seinem Musikgeschäft zu trennen, um mit den Einnahmen einen Teil der GBL-Anteile zu finanzieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%