Gespräche mit Gewerkschaften
Siemens-Chef wirbt um Vertrauen

Siemens hofft bei der Sanierung seiner defizitären Kommunikationsbereichs Com auf eine schnelle Einigung mit den Gewerkschaften. Auch diese Woche würden Gespräche mit den Arbeitnehmer-Vertretern geführt, sagte ein Sprecher des Industrie- und Technikkonzerns am Dienstag in München auf Anfrage.

dpa-afx MÜNCHEN. Unterdessen warb Siemens-Chef Klaus Kleinfeld angesichts des geplanten massiven Stellenabbaus um das Vertrauen der Beschäftigten. Die Herausforderungen seien sehr komplex und die notwendigen Lösungen schwierig und oftmals schmerzhaft, schrieb Kleinfeld in einer E-Mail an alle Mitarbeiter. "Wenn wir sie jedoch nicht angehen, werden sie nur schlimmer." Am Tag zuvor hatte er den Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen in den Krisensparten des Konzerns verkündet.

Die IG Metall startete am Dienstag erste Widerstandsaktionen. Analysten äußerten sich derweil verhalten optimistisch zu den Siemens-Plänen. "Mit den gestern angekündigten Maßnahmen bei den drei Problemsparten Com, SBS und L & A macht Siemens unseres Erachtens einen (überfälligen) Schritt in die richtige Richtung", schrieb LRP-Experte Thomas Hofmann. "Der große Befreiungsschlag, den wir uns erhofft hatten, blieb allerdings aus."

Theo Kitz von Merck Finck nannte die geplanten Maßnahmen ebenfalls einen "Schritt in die richtige Richtung". Bis November wolle Siemens wohl den Umfang des Arbeitsplatzabbaus bei Com bekannt geben. Societe-Generale-Analyst Fabrice Theveneau hält es für möglich, dass die Umstrukturierung nur ein erster Schritt auf dem Weg zu härteren Maßnahmen der Portfoliobereinigung sein könnte. Investoren hätten entsprechende Erwartungen.

Allein beim IT-Dienstleister SBS sollen in den kommenden beiden Jahren in Deutschland 2 400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Weitere Stellen sollen im Kommunikationsbereich Com gestrichen werden. Wie bereits bekannt gibt Siemens bis Ende des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 (Ende September) seine defizitäre Handysparte inklusive einer Finanzspritze an den taiwanischen Elektronikkonzern Benq ab. Die Handysparte war bisher Teil von Com.

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