Gespräche mit Microsoft gescheitert
"SAP steht nicht zum Verkauf"

Der Softwarekonzern SAP sieht sich nicht als Verkaufsobjekt. Auch Analysten glauben, dass höchstens der Softwareriese aus Redmond die Walldorfer hätte schlucken können. Doch die Gespräche mit Microsoft sind bereits gescheitert.

HB HEIDELBERG. „Ich kann klar sagen, dass SAP nicht zum Verkauf steht“, betonte ein SAP-Sprecher am Dienstag in Walldorf. „Wir haben eine sehr komfortable Strategie, und wir sind sehr mit unserer Marktposition zufrieden. Worüber sollten wir uns Sorgen machen?“ Microsoft und SAP hatten am Montag überraschend mitgeteilt, seit Ende 2003 bis zum Frühjahr Sondierungsgespräche über ein Fusion geführt zu haben. Diese wurden nach Angaben von Microsoft aber wegen der Komplexität einer solchen Transaktion und wegen der schwierigen Integration ergebnislos abgebrochen. Sie sollten auch nicht wieder aufgenommen werden.

„Wir waren da in einer ziemlich passiven Rolle“, beschrieb der SAP-Sprecher den Verlauf der Gespräche. Die Initiative sei von Microsoft ausgegangen. „Wir haben mit Interesse zugehört, um herauszufinden, was Microsoft im Sinn hatte, aber am Ende haben sie zurückgezogen“, sagte er. Die beiden Konzerne hatten ihre geheimen Verhandlungen nur offenbart, weil diese im Rahmen der Kartellklage des US-Justizministeriums gegen die Übernahme von PeopleSoft durch den SAP-Rivalen Oracle in die Öffentlichkeit zu gelangen drohten.

Nach Ansicht von Analysten wäre Microsoft das einzige Unternehmen gewesen, das SAP mit einer Marktkapitalisierung von 52,2 Mrd. Dollar hätte schlucken können. Der Softwareriese von Bill Gates ist an der Börse 280 Mrd. Dollar wert und hat 56 Mrd. Dollar in der Kasse. „SAP musste solch ein bedeutendes Angebot analysieren und würde sich zweifellos auch andere ansehen. Aber außer Microsoft kann man sich schwerlich einen Käufer vorstellen“, sagte Kevin Ashton von der Deutschen Bank. IBM käme wie Hewlett-Packard in Konflikt mit der eigenen Dienstleistungs-Sparte, und Oracle habe schon mit der Übernahme von PeopleSoft genügend Probleme. Credit Suisse First Boston (CSFB) gab zudem zu bedenken, dass eine Fusion von Microsoft und SAP die Aufmerksamkeit der Wettbewerbsbehörden auf sich zöge.

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