Gespräche mit Schweizer Highlight
EM.TV sucht einen starken Partner

Das Münchener Medienunternehmen EM.TV sondiert den Markt nach Fusionspartnern. EM.TV-Chef Werner Klatten bestätigte am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz Gespräche mit dem Schweizer Sportrechtevermarkter Highlight Communications. Zugleich deutete er aber an, dass die Schweizer nicht die einzigen Gesprächspartner seien.

fas MÜNCHEN. „Wir sind in Kontakt, wir beraten intensiv, wir haben aber keinen Zeitdruck“, sagte der EM.TV-Chef. Highlight, mit 92 Prozent auch Hauptaktionär der Münchener Constantin AG, hat sich über Optionen rund 15 Prozent der EM.TV-Stimmrechte gesichert.

Zugleich deutete Klatten an, dass die Schweizer nicht die einzigen Gesprächspartner seien. „Es ist offensichtlich, dass dieses Unternehmen für einige interessant sein könnte“, führte Klatten weiter aus. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass der Bezahlsender Premiere Interesse an den Sportaktivitäten von EM.TV haben könnte. Die EM.TV-Tochter DSF und Premiere kooperieren bereits bei der Vermarktung der Champions-League und im Produktionsbereich.

EM.TV steht auf den Säulen Unterhaltung und Sport. Der Unterhaltungsbereich ist auf das Geschäft mit Kinderunterhaltung ausgerichtet, der Bereich Sport vor allem auf den Spartensender DSF, die Produktionsfirma Plazamedia und das Internetportal Sport 1.de. Die Gewichtung im Konzern ist eindeutig Richtung Sport verschoben, der Umsatz mit Lizenzen und Produktionen für das Kinderfernsehen macht nur noch 15 Prozent aus.

Das Interesse an der einstigen Skandalnudel des neuen Marktes rührt aus guten Zahlen. So steigerte EM.TV 2006 seinen Umsatz um 21 Prozent auf 253 Mill. Euro. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 9,9 Mill. Euro, nach einer schwarzen Null im Vorjahr. „Diese Steigerung verdanken wir vor allem der Fußballweltmeisterschaft“, sagte Klatten. EM.TV hatte sich für die WM 2006 die Lizenzrechte für das Merchandising-Geschäft gesichert und so am Verkauf von Tassen, und T-Shirts mitverdient. Ein Geschäft, das in diesem Jahr kompensiert werden muss. Klatten geht für 2007 von stagnierenden Umsätzen aus, das Ergebnis soll aber dennoch zulegen.

Die guten Geschäfte haben die Substanz von EM.TV gestärkt. Das einst hochverschuldete Unternehmen hat im Juni seine aus der Sanierungsphase stammenden Verbindlichkeiten im vergangenen Jahr umschulden können und muss jetzt deutlich weniger Zinsen zahlen. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 50 Prozent. Dennoch fährt das Unternehmen einer unsicheren Zukunft entgegen.

„Wir haben Schwierigkeiten im Bereich Unterhaltung“, sagte Klatten und verwies auf die strukturellen Umbrüche im Mediengeschäft. Denn die Werbeeinnahmen im klassisch werbefinanzierten Kinderfernsehen gehen zurück. Bei stagnierenden Umsätzen sind die Gewinne in diesem Bereich zuletzt deutlich eingebrochen. Abhilfe könnte der Einstieg in neue Vertriebskanäle wie Video-on-demand oder Handy-TV sein. Doch noch sind diese Märkte nicht entwickelt und fordern hohe Investitionen oder Partnerschaften. „Es liegen alle Optionen auf dem Tisch“, sagte Klatten. „Die Marktkonsolidierung wird kommen und wir werden uns aktiv oder passiv beteiligen.“

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