Gespräche
Panasonic soll an Sanyo Electric interessiert sein

Der japanische Elektronikhersteller Panasonic will offenbar den angeschlagenen kleineren Rivalen Sanyo Electric schlucken. Das berichten jedenfalls informierte Kreise. Panasonic sagt nichts dazu. Analysten aber weisen auf Vorteile für alle beteiligten Parteien.

HB TOKIO. Panasonic-Vertreter führten Gespräche mit den drei größten Anteilseignern von Sanyo, hieß es am Samstag aus Unternehmens- und Finanzkreisen. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" und die Nachrichtenagentur Kyodo berichteten am Samstag, konkrete Verhandlungen mit den Großaktionären sollten bald beginnen. Ein Abkommen sei bis Jahresende möglich. Durch die Übernahme würde Panasonic zum größten Elektronikkonzern Japans aufsteigen und seine Position in den Wachstumsfeldern Solarzellen und wiederaufladbare Batterien stärken.

Ein Panasonic-Sprecher äußerte sich nicht zu den Gesprächen. Er erklärte lediglich, nichts sei entschieden. Den Kreisen zufolge führt Panasonic vorbereitende Verkaufsgespräche mit den drei größten Sanyo-Anteilseignern: der US-Bank Goldman Sachs, Daiwa Securities SMBC - einem japanischen Gemeinschaftsunternehmen des Brokerhauses Daiwa Securities und der Bank Sumitomo Mitsui Financial (SMFG) - sowie Sanyos Hausbank Sumitomo Mitsui Banking, die ebenfalls zu SMFG gehört.

Sanyo hatte vor zwei Jahren eine Finanzspitze von diesen Banken bekommen, die im Gegenzug Vorzugsaktien erhielten und zu den größten Aktionären von Sanyo wurden. Wenn die Unternehmen ihre Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln, besäßen sie rund 70 Prozent an Sanyo. Ihre Anteile sind an der Börse derzeit rund 621 Milliarden Yen (fünf Milliarden Euro) wert.

Sollte Panasonic ihnen diese Aktienpakete abkaufen, könnten die Banken, die unter den Folgen der Finanzkrise leisten, ihr Kapitalpolster aufstocken. Für Panasonic wäre der Zeitpunkt für eine Übernahme günstig, da die Sanyo-Aktie in den vergangenen zwei Monaten fast ein Drittel ihres Wertes verloren hat.

Nach einem Zusammenschluss würden Panasonic und Sanyo den bisherigen japanischen Marktführer Hitachi überholen. Entsprechend ihren Prognosen hätten beide Firmen in dem im März endenden Geschäftsjahr einen Umsatz von fast 90 Milliarden Euro. Sanyo ist für Panasonic vor allem deshalb interessant, weil das Unternehmen weltweit siebtgrößter Solarzellenhersteller und Marktführer bei wiederaufladbaren Batterien ist. In diesem Feld gehen Experten von einem starken Wachstum aus, vor allem weil Autohersteller die leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus für die Entwicklung von Elektroautos benötigen. Sanyo ist in diesem Bereich unter anderem eine Allianz mit Volkswagen eingegangen.

Analysten beurteilen eine mögliche Fusion positiv. "Das ist ein Geschäft, bei dem eins und eins drei ergeben können. Im Geschäft mit Batterien wären sie wirklich weltklasse", sagte Händler Masayoshi Okamoto. Der Zukauf von starken Produkten und eine Konsolidierung des japanischen Marktes könne für Panasonic sinnvoller sein als Übernahmen im Ausland.

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