Gespräche über einen Einstieg des britischen Computerhändlers Westcoast wieder beendet
Verkauf der Otto-Tochter Actebis ist gescheitert

Der geplante Einstieg des britischen Computer- und Software-Händlers Westcoast Ltd. bei Europas drittgrößtem Computerhändler Actebis aus Soest ist gescheitert. „Die Gespräche mit Westcoast wurden eingestellt“, erklärte eine Actebis-Sprecherin. Über die Gründe machte sie keine Angaben. Actebis gehört zum weltgrößten Versandkonzern Otto.

HAMBURG. In Kreisen von Actebis wird das Scheitern damit begründet, dass die Preisvorstellungen des Westcoast- Chefs Joe Hemani nicht mit denen von Otto in Einklang zu bringen waren. Hemani hatte daraufhin den Vorsitz der Geschäftsführung bei der Soester Handelskette wieder abgegeben, den er im Oktober überraschend übernahm. Damit ist der Posten des Actebis-Chefs vorerst vakant. „Otto hat noch keinen Nachfolger für den Vorsitzenden der Geschäftsführung benannt“, erklärt eine Actebis-Sprecherin.

Grund hierfür ist, dass Otto weiterhin Ausschau nach einem Interessenten für die Kette hält. „Sollte sich an den Besitzverhältnissen etwas ändern, werden wir dies zum gegebenen Zeitpunkt mitteilen“, erklärte eine Sprecherin des Versandriesen. Um Actebis für einen Käufer attraktiv zu machen, hat der Mutterkonzern Ende vergangenen Jahres Bärbel Schmidt in die Geschäftsführung geholt. Die ehemalige Geschäftsführerin von Hewlett-Packard hat die Aufgabe übernommen, den Computerhändler neu aufzustellen und so die Umsatzrückgänge zu bremsen. Dafür hat sie die Bereiche Vertrieb und Produktmarketing übernommen.

Mit dem Wechsel von Schmidt war in Branchenkreisen aber auch spekuliert worden, dass der Computerkonzern HP Interesse an einem Einstieg bei Actebis haben könnte. Damit jedoch hätte der Großhändler Probleme bekommen, Geräte anderer Konzerne zu vertreiben. HP wollte die Übernahmespekulationen nicht kommentieren. „Zu solchen Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung“, erklärte HP-Sprecher Norbert Gelse. Er betonte, dass Actebis Handelspartner von HP sei.

Dass sich Otto von dem Computerhändler trennen will, liegt vor allem an den rückläufigen Ertragsmargen. Verantwortlich hierfür sind die schwache Konjunktur und der intensive Wettbewerb, der in heftigen Preiskämpfen resultiert, unter denen auch Actebis leidet. Die Otto- Tochter macht allerdings keine Angaben zum Ertrag. Actebis musste nach zuletzt verfügbaren Informationen 2002 mit rund 2 600 Mitarbeitern einen Umsatzrückgang auf 3,8 von vier Mrd. Euro hinnehmen. Er rührte aus einem Minus im IT-Fachhandel.

Actebis vertreibt Personal Computer (PC) und Software, Zubehör und entsprechende Finanzdienstleistungen in zwölf Ländern Europas. Das Unternehmen verkauft unter anderem Peacock- und Targa- Computer, die beim Discounthändler Lidl & Schwarz über die Ladentheke gehen. Otto hatte sich 1995 an Actebis beteiligt und 1998 die Firma komplett übernommen.

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