Wer ist der erste Angeklagte?
Der Prozess (Aktenzeichen 5 Kls 563 Js 45994/07) läuft gegen Reinhard S. Die Anklage wirft ihm Untreue in 58 Fällen vor. Reinhard S. war eine der Schlüsselfiguren im Korruptionssystem in der ehemaligen Telekommunikationssparte von Siemens (Com). Der Manager soll dort schwarze Kassen organisiert und das Geld verteilt haben. Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Wie lange dauert der Prozess?
Das Landgericht München hat zunächst 15 Tage angesetzt. Der letzte geplante Termin ist bis jetzt der 28. Juli, doch es könnte auch länger gehen. Verhandlungsort ist vom zweiten Tag an der Sitzungssaal B 173/I im Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße in München.
Wird der Prozess neue Details des Skandals ans Licht bringen?
Das könnte gut sein, denn es werden zahlreiche Zeugen auftreten. Neben vielen in der Öffentlichkeit unbekannten Managern sollen auch ehemalige Vorstände aussagen, darunter der langjährige Konzernchef Heinrich von Pierer sowie der frühere Finanzvorstand Heinz Neubürger-Joachim und der einst für Com zuständige Thomas Ganswindt.
Was für eine Strafe droht Reinhard S.?
Theoretisch sind fünf Jahre Haft denkbar. Allerdings dürfte das Geständnis deutlich strafmildernd wirken, wenn es zu einer Verurteilung kommt.
Wird es weitere Anklagen geben?
Mit Sicherheit werden eine ganze Reihe von Verfahren folgen. Im ersten Halbjahr könnte es noch ein bis zwei weitere Anklagen geben, heißt es in Justizkreisen. Einige Verfahren könnten auch gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt werden.
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