Gewerkschaft fordert Bekenntnis zum Standort
Siemens vor Verkauf von Handysparte

Der Verkauf der Handy-Produktion bei Siemens ist offenbar beschlossene Sache. Einen Interessenten gibt es laut Medienbericht auch schon. Laut Siemens werden allerdings noch «alle Optionen» geprüft.

HB BERLIN. Der Technologiekonzern Siemens hat sich offenbar entschlossen, seine defizitäre Mobilfunksparte abzugeben. Darüber sei eine Vorentscheidung gefallen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Der Konzern sucht demnach Partner zumindest für einen Teil-Verkauf. Dem Bericht nach ist der chinesische Hersteller Ningbo Bird als Käufer im Gespräch. Siemens unterhält mit den Chinesen bereits eine Vertriebspartnerschaft. Laut Siemens ist eine Vorentscheidung über den Verkauf noch nicht gefallen. «Wir prüfen alle Optionen», sagte ein Sprecher am Sonntag.

Die Gewerkschaft IG Metall hat von der Konzernspitze erneut ein Bekenntnis zur Handysparte gefordert. «Bis jetzt lässt der Vorstand keine langfristige Strategie erkennen», sagte der IG-Metall-Vertreter im Siemens-Aufsichtsrat, Wolfgang Müller dem Blatt. Die Belegschaft habe genug Opfer gebracht. Erst im Frühsommer hatten die Beschäftigten an den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt längeren Arbeitszeiten und einem Lohnverzicht zugestimmt, um eine Standortverlagerung zu verhindern.

Der Bereich Mobilfunk hatte dem Konzern in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres einen Verlust von 229 Millionen Euro beschert. Wegen eines Softwarefehlers hatte Siemens sein neues Modell S65 unmittelbar nach Markteinführung zurückrufen müssen. Es soll nun günstiger verkauft werden als geplant. Im Frühjahr hatte der Konzern das Mode-Handy «Xelibri» wegen Erfolglosigkeit aus der Palette genommen. Hohe Abschreibungen auf liegengebliebene Lagerbestände belasteten die Bilanz. International hatte der Konzern im vergangenen Quartal Marktanteile verloren und steht hinter Weltmarktführer Nokia, Samsung und Motorola auf Platz vier.

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