Außerdem werde darüber diskutiert, in Bochum eine Testlinie für die Montage neuer Telefon-Modelle aufrechtzuerhalten, an der bis zu 100 Nokia-Beschäftigte arbeiten sollen. Bei dem Treffen zwischen Kallasvuo, Thoben und dem Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums, Hartmut Schauerte (CDU), war am Montag eine gemeinsame Suche nach „innovativen Lösungen für die Zukunft des Nokia-Standortes Bochum“ vereinbart worden.
Das Unternehmen und die Landesregierung wollten zu diesem Zweck sofort ein Arbeitsteam einsetzen, hieß es. Bundes- und Landesregierung legten großen Wert darauf, dass die Nokia-Unternehmensleitung „kurzfristig in ausführliche Gespräche mit dem Betriebsrat eintritt und bereit ist, auch dessen Vorstellungen für den Standort zu erörtern“.
Für rund 200 Nokia-Mitarbeiter in Bochum zeichnet sich derweil eine Lösung ab. Derzeit werde mit einem Konsortium über den Kauf der in Deutschland und den USA angesiedelten Automobilzulieferer-Sparte verhandelt, teilte der Handy-Hersteller am Montag in Helsinki mit.
Insgesamt beschäftige der Bereich 240 Menschen, fast alle davon in Deutschland. Interesse habe der frühere Nokia-Manager Razvan Olosu, der den Bereich zusammen mit dem Finanzinvestor Equity Partners übernehmen wolle, hieß es. Derzeit würden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Wechsel von Beschäftigten der Sparte zum Käuferkonsortium geführt.
Die Transaktion soll in der ersten Hälfte dieses Jahres abgeschlossen werden. Die Partner wollten ihr Geschäft in Deutschland und den Vereinigten Staaten stärken, sagte Razvan Olosu. Die Automobilzulieferer-Sparte von Nokia liefert Kommunikations- und Multimedia-Lösungen rund ums Auto. Nokia hatte Mitte Januar die Schließung seiner deutschen Handy-Produktion in Bochum mit rund 2 300 fest angestellten Beschäftigten angekündigt.

