Gewinn durch schwachen Dollar belastet
SAP erfüllt Umsatzerwartungen

Europas größter Softwarekonzern SAP hat im ersten Quartal die Umsatzerwartungen von Analysten erfüllt, beim operativen Gewinn aber den schwachen Dollar gespürt.

HB STUTTGART. Europas größter Softwarekonzern SAP hat seinen Umsatz mit neuen Softwarelizenzen zum Jahresauftakt erstmals seit elf Quartalen wieder gesteigert. Der schwache Dollar-Wechselkurs dämpfte aber das Gewinnwachstum. Die SAP-Aktie legte am Donnerstagmorgen zunächst leicht zu, drehte anschließend aber ins Minus.

„Wir sind mit dem Start in das Jahr 2004 zufrieden, die Zahlen bestätigen unsere Erwartungen für das Jahr“, kommentierte SAP-Vorstandschef Henning Kagermann den Zwischenbericht. Der Lizenzumsatz legte in den ersten drei Monaten zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren wieder zu und stieg um fünf Prozent auf 370 Mill. €. Dies traf die Prognosen der von Reuters befragten Branchenexperten.

Der um die Kosten für Mitarbeiter-Aktienprogramme bereinigte Betriebsgewinn, der als Renditemaßstab für SAP gilt, kletterte zum gleichen Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 332 Mill. €, wie SAP in Walldorf mitteilte. Bei konstanten Wechselkursen hätte SAP sogar ein Plus von 18 % verbucht. Der operative Gewinn lag aber unter den Erwartungen der Analysten, die mit 344 Mill. € gerechnet hatten. „Der Dollareffekt hat das Ergebnis des Konzerns stärker belastet als gedacht“, sagte Analyst Mirko Maier von der LBBW.

Lucy McFetrich von der US-Investmentbank Merrill Lynch urteilte, SAP habe zwar gute Ergebnisse bekannt gegeben, diese seien aber wohl nicht gut genug, um der Aktie kurzfristig weiter Auftrieb zu geben. Besonders in Europa sei das Wachstum noch nicht stark. Allerdings rechne die Bank 2004 und 2005 mit weiter steigenden Gewinnen bei SAP und rate zum Kauf der Aktie. Der Anteilsschein notierte am Vormittag gut ein Prozent im Minus knapp unter 130 € und gehörte zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex (Dax).

Das Geschäft von SAP lief im ersten Quartal vor allem in den USA gut, dem zweitwichtigsten Markt nach Europa. Höhere Einnahmen schlugen sich wegen der schwachen US-Währung aber weniger stark in Euro nieder. Während der Lizenzumsatz in Dollar um 65 % wuchs, waren er in Euro gerechnet nur um 45 %. Kagermann zeigte sich mit dem im vergangenen Jahr umgebauten US-Vertrieb zufrieden.

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