Gewinn enttäuscht Anleger
Apple verliert ein wenig seinen Glanz

Die iPhone-Verkäufe sind bei Apple deutlich geschrumpft, der Gesamtumsatz daher nicht so stark gestiegen wie von Analysten erhofft. Die Aktie des Technologiekonzerns bricht ein. Neuen Schwung soll das iPhone 5 bringen.
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DüsseldorfApple, Hersteller des Taschencomputers iPad und des iPhone, hat mit den am späten Dienstagabend vorgelegten Quartalszahlen die Börsianer enttäuscht. Der Umsatz in den Monaten von April bis Juni belief sich auf 35 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal des laufenden Jahres (dem zweiten des Geschäftsjahrs 2012) hatte Apple 39 Milliarden Dollar umgesetzt. Die Apple-Aktie stürzte im nachbörslichen Handel sechs Prozent ins Minus und notierte bei 570 Dollar. Apple selbst hatte zu Beginn des zweiten Quartals einen Umsatz von 34 Milliarden Dollar vorhergesagt - doch das Unternehmen ist bekannt dafür, eher tief zu stapeln.

Der Gewinn pro Aktie beträgt für den jüngsten drei Monatszeitraum 9,32 Dollar pro Aktie und ist damit weit von den 12,30 Dollar pro Aktie im vorherigen Quartal entfernt. Die Gewinnerwartungen der Analysten schwankten stark zwischen 9,45 Dollar pro Aktie bis 13,85 Dollar. Mit dem erzielten Wert lag Apple sogar unter der pessimistischsten Schätzung der professionellen Beobachter.

In absoluten Zahlen betrug der Überschuss nach Steuern 8,8 Milliarden US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum immer noch ein satter Zuwachs ist (damals: 7,3 Milliarden Dollar). Auch die Marge lag mit jetzt 42,8 Prozent etwas über den 41,7 Prozent im vergangenen Jahr.

Apple verkaufte in den drei vergangenen Monaten 26 Millionen iPhones und damit etwa dreißig Prozent mehr als vor einem Jahr. Doch gegenüber dem Zeitraum Januar bis März war es ein Rückgang von 26 Prozent. Es wird vermutet, dass das neue iPhone 5 bereits im Oktober in die Läden kommt. Experten gehen davon aus, dass Apple-Fans auf dieses Modell warten und deswegen nicht mehr beim aktuellen iPhone 4S zugreifen.

Außerdem gingen 17 Millionen iPads weg, vier Millionen Mac-Computer und 6,8 Millionen iPods. Für das laufende Quartal rechnet Apple mit einem leichten Umsatzrückgang auf 34 Milliarden Dollar, was deutlich weniger ist als die von Analysten bislang erwarteten 38 Milliarden Dollar.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Angenommen das operative Geschäft von Apple würde einbrechen, jedoch würde Apple eine 3 Mrd. Klage für sich entscheiden und hätte somit in der GuV a.o. Erträge in höhe von 3 Mrd. stehen. Die Analysten würden sich wahrscheinlich trotzdem freuen, da Apple "profitabler als im VJ" war.


    Alles ist endlich, somit auch der Trend der Gewinnsteigerungen. Um Analysten glücklich zu machen werden funktionale und haltbare Produkte nach und nach durch billigere Teile verunstaltet, da die Lieferanten früher oder später auch nicht mehr gleichbleibende Qualität zu niedrigeren Preisen liefern können. D.h. alsbald kommt der (evtl. starke") Gewinneinbruch, da leicht zeitverschoben die nun offensichtlich minderwertigeren Produkte nicht mehr für die alten Preise abnehmen wollen. Selbstverständlich gefällt das den Analysten eher weniger und aus einer"Buy- oder Hold- wird eine Sell-Empfehlung". Ende vom Lied ist, dass ein einst profitables Unternehmen in den Ruin getrieben wird, durch absolute, und ich wiederhole absolute Zahlengläubigkeit, ohne sich für die Hintergründe der GuV zu interessieren.

    Das ist in etwa vergleichbar wie wenn der FC Bayern einen Kantersieg gegen Dortmund i. H. V. 5:0 gegen Dortmund feiern würde. In der Rückrunde gelingt ein stark umkämpftes, aber deutliches 3:1. Wäre nun die Bundesliga der DAX, so hätte das Unternehmen des FC Bayern München die Analysten stark enttäuscht und die ganzen Großbanken verkaufen einen Teil ihrer Aktien. Nächste Saison folgt dann ein nur glückliches 2:1 für den FCB in einer turbulenten Phase Schweinsteiger/Lahm/Ribery/Robben verletzt (quasi Krise des FCB) und weitere Aktien werden abgestoßen, wobei dieses Mal selbst Kleinanleger mitziehen. Die Insolvenz ruft, obwohl die 2. Liga (M-Dax) noch weit entfernt ist.

    Ich bin mir darüber im klaren, das oben geschriebenes stark vereinfacht dargestellt ist, jedoch ist die Wahrheit manchmal näher als man glaubt ...

  • Angenommen das operative Geschäft von Apple würde einbrechen, jedoch würde Apple eine 3 Mrd. Klage für sich entscheiden und hätte somit in der GuV a.o. Erträge in höhe von 3 Mrd. stehen. Die Analysten würden sich wahrscheinlich trotzdem freuen, da Apple "profitabler als im VJ" war.


    Alles ist endlich, somit auch der Trend der Gewinnsteigerungen. Um Analysten glücklich zu machen werden funktionale und haltbare Produkte nach und nach durch billigere Teile verunstaltet, da die Lieferanten früher oder später auch nicht mehr gleichbleibende Qualität zu niedrigeren Preisen liefern können. D.h. alsbald kommt der (evtl. starke") Gewinneinbruch, da leicht zeitverschoben die nun offensichtlich minderwertigeren Produkte nicht mehr für die alten Preise abnehmen wollen. Selbstverständlich gefällt das den Analysten eher weniger und aus einer"Buy- oder Hold- wird eine Sell-Empfehlung". Ende vom Lied ist, dass ein einst profitables Unternehmen in den Ruin getrieben wird, durch absolute, und ich wiederhole absolute Zahlengläubigkeit, ohne sich für die Hintergründe der GuV zu interessieren.

    Das ist in etwa vergleichbar wie wenn der FC Bayern einen Kantersieg gegen Dortmund i. H. V. 5:0 gegen Dortmund feiern würde. In der Rückrunde gelingt ein stark umkämpftes, aber deutliches 3:1. Wäre nun die Bundesliga der DAX, so hätte das Unternehmen des FC Bayern München die Analysten stark enttäuscht und die ganzen Großbanken verkaufen einen Teil ihrer Aktien. Nächste Saison folgt dann ein nur glückliches 2:1 für den FCB in einer turbulenten Phase Schweinsteiger/Lahm/Ribery/Robben verletzt (quasi Krise des FCB) und weitere Aktien werden abgestoßen, wobei dieses Mal selbst Kleinanleger mitziehen. Die Insolvenz ruft, obwohl die 2. Liga (M-Dax) noch weit entfernt ist.

    Ich bin mir darüber im Klaren, dass oben Geschriebenes stark vereinfacht dargestellt ist, jedoch ist die Wahrheit manchmal näher als man glaubt ...

    P.S. Tippfehler sind zu ignorieren. Keine Lust auf Doublecheck ...

  • Ich fasse diese Ansagen nicht!!!
    Die Unternehmen machen MILLIARDEN Gewinne, steigern ihre Umsätze und haben einen fantastischen EBIT und es wird von SCHWÄCHELNDEN unternehmen gesprochen?? Hallo!!!!!!!!!
    8,8 Milliarden GEWINN !!!!!!!! In einem Quartal !!! Ich finde hier sollte Mann mal Den gesunden Menschenverstand einschalten!!!! Das ist ein Super Ergebnisse und dazu noch mehr MARGE!!!
    Ich habe heute apple gekauft.. Und das satt!!

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