Gewinn halbiert: Smartphones und Tablets machen Dell zu schaffen

Gewinn halbiert
Smartphones und Tablets machen Dell zu schaffen

Die Unternehmen sparen, immer mehr Verbraucher kaufen Smartphones und Tablets statt Computer: Der PC-Hersteller Dell steckt in der Krise. Im letzten Quartal brach der Gewinn ein. Die Aussichten sind trübe.

San Francisco/Round RockNach schwachen Geschäften mit Großunternehmen ist der Gewinn des PC-Herstellers Dell eingebrochen. Der einstige Weltmarktführer wies am Donnerstag nach Börsenschluss für das dritte Quartal unter dem Strich 475 Millionen Dollar aus, nach 893 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Beides lag unter den Erwartungen, die Aktie rutschte nachbörslich um 2,3 Prozent ab.

Der Konzern steht mitten im Umbau hin zur Fokussierung auf Geschäfte mit Unternehmen. Doch diese sparen. Der Finanzchef des Unternehmens, Brian Gladden, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Unternehmen derzeit ihre Technologieausgaben tief halten wollen, und Ausgaben verschieben.


Der Grund dafür sei teilweise die „Fiskalklippe“, die den USA drohen, der drohenden Kombination von Steuererhöhungen und Einschnitte in Staatsausgaben. Wann Unternehmen wieder mehr für Technologie ausgeben würden sei angesichts dieser Unsicherheiten unklar, sagte Gladden.
Auch für das laufende, vierte Quartal enttäuschten die Dell-Prognosen Experten. Das Unternehmen will den Umsatz um zwei bis fünf Prozent steigern, Börsianer hatten mit mehr gerechnet.

Mit der Präsentation der neuesten Zahlen, machte Dell klar, dass es gegen die Krise im PC-Markt nicht gewappnet ist. Das PC-Geschäft macht der Internetseite MarketWatch zufolge noch immer fast die Hälfte des Unternehmensgewinnes aus.

Seit Januar diesen Jahres haben die Aktien des PC-Bauers fast 35 Prozent an Wert verloren. MarketWatch zufolge macht dies das Papier zu einem der am schlechtesten abschneidenden Tech-Titel.

Dell hatte versucht, sich mit einem Ausbau des Service- und Software-Geschäfts unabhängiger vom PC-Markt zu machen. Notebooks und Tischrechner stehen aber immer noch für rund die Hälfte des Umsatzes. Ein Rückgang der Verkäufe in den beiden Sparten von zuletzt 26 Prozent beziehungsweise 8 Prozent fiel dadurch schwer ins Gewicht.

Insbesondere Privatkunden entscheiden sich immer häufiger gegen die Neuanschaffung eines PC und begnügen sich stattdessen mit ihrem Smartphone oder Tablet-Computer. Auch die unsichere Wirtschaftslage trug dazu bei. Besonders stark fiel der Umsatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Bei den Konsumenten gingen die Verkäufe um 23 Prozent zurück. Bei großen Unternehmen und der öffentlichen Hand lagen die Rückgänge zwischen 8 und 11 Prozent. Beinahe stabil lief indes das Geschäft mit kleinen und mittelständischen Firmen.

In der kommenden Woche legt Hewlett-Packard seine Zwischenbilanz vor. Auch der größere Rivale hatte zuletzt unter einem Verkaufsschwund gelitten. Hinzu kamen Managementfehler. Folge bei HP ist ein massiver Stellenabbau, bei dem 29 000 Jobs wegfallen, mindestens 450 davon in Deutschland.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
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