Gewinn verdoppelt
Bertelsmann baut fleißig Schulden ab

Bertelsmann ist gut ins neue Jahr gestartet: Europas größtes Medienunternehmen hat trotz des späten Osterfestes sein Ergebnis gesteigert. Und der Jahresausblick fällt nicht übel aus.
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GüterslohEuropas größter Medienkonzern Bertelsmann hat seinen Quartalsgewinn dank eines erfolgreichen Schuldenabbaus vervierfacht. Weil das Gütersloher Unternehmen im ersten Quartal weniger Zinsen zahlen musste, kletterte das Konzernergebnis nach Minderheiten auf 64 Millionen Euro von 15 Millionen ein Jahr zuvor, wie Bertelsmann am Donnerstag mitteilte. Die Nettofinanzschulden beliefen sich Ende März auf 1,74 Milliarden Euro, Anfang des Jahres waren es noch 1,91 Milliarden gewesen.

Seit Jahren ist der Schuldenabbau das oberste Ziel des Bertelsmann-Konzerns, der 2006 für 4,5 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufte, um einen Börsengang zu vermeiden. Jetzt sieht der Konzern, zu dem Europas größte Fernsehgruppe RTL, Europas größter Zeitschriften-Verlag Gruner + Jahr (G+J), der Buchverlag Random House und der Mediendienstleister Arvato gehören, wieder finanziellen Spielraum für Investitionen. Zukaufen will Bertelsmann erklärtermaßen im Musikrechtehandel und im Geschäft mit Lehr- und Wissenschaftsbüchern.

Weitere Expansionsgebiete sind die Zeitschriftenmärkte in Indien und China: Auf beiden Wachstumsmärkten sehe sich Gruner + Jahr (“Stern“, „Brigitte“, „Geo“) nach Zukaufmöglichkeiten um, sagte Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Indien ist mit einem Zeitschriftenumsatz von rund einer halben Milliarde Dollar und Wachstumsraten von deutlich mehr als zehn Prozent für uns ein hochattraktiver Wachstumsmarkt, in dem wir expandieren wollen.“ Der Konzern ist dort bislang nur mit der Zeitschrift „Geo“ vertreten. In China, wo der Verlag bereits elf Zeitschriften vertreibt, erwartet Gruner + Jahr hohe Wachstumsraten. „Wir werden auch in diesem Jahr in China den Umsatz wieder um über 20 Prozent steigern“, sagte Klein. Insgesamt ist G+J in mehr als 30 Ländern aktiv, der wichtigste Auslandsmarkt ist Frankreich.

Der Mutterkonzern Bertelsmann, der rund ein Viertel seines Umsatzes aus Werbung generiert, verbuchte im ersten Quartal einen Anstieg seiner Erlöse um zwei Prozent auf 3,63 (VJ: 3,56) Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging allerdings um knapp 18 Prozent auf 219 (267) Millionen Euro zurück, was der Konzern mit Anlauf- und Programminvestitionen und der Tatsache begründete, dass das Oster-Werbegeschäft in diesem Jahr erst im zweiten Quartal zu Buche schlägt. An seiner Prognose für 2011 hielt Bertelsmann fest: Bei einem moderaten Umsatzwachstum dürfte das Konzernergebnis weiter steigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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