Gewinnanstieg: Kein Ende des Streits zwischen Kabelkonzernen und ARD/ZDF

Gewinnanstieg
Kein Ende des Streits zwischen Kabelkonzernen und ARD/ZDF

Unitymedia und Kabel BW hat die Fusion offensichtlich gutgetan. Das Unternehmen legt Rekordzahlen vor. Die Gespräche über die umstrittenen Einspeiseentgelte kommen allerdings nur im Schneckentempo voran.
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DüsseldorfDer seit einem Jahr dauernde Streit zwischen den Kabelkonzernen und ARD/ZDF um die Einspeiseentgelte bleibt vorerst ohne Lösung. „Wir kommen im Schneckentempo voran“, heißt es in Verhandlungskreisen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns mit ARD und ZDF einigen. Doch das kann dauern“, sagte Lutz Schüler, Vorstandschef von Unitymedia, dem Handelsblatt. Die Gespräche stocken. Sowohl Unitymedia als auch Kabel Deutschland (KDG) klagen vor Gericht gegen die Anstalten. Die Fronten sind verhärtet.

ARD und ZDF hatten Mitte 2012 die Verträge zur Verbreitung ihrer Programme durch KDG und Unitymedia gekündigt. Die Folge: Die Anstalten zahlen an die beiden Konzerne seit diesem Jahr nicht mehr die rund 60 Millionen Euro an Einspeiseentgelten pro Jahr. Dieses Geld will sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk für alle Zeit sparen.

Im Gegensatz zum Konkurrenten KDG scheut Unitymedia, die Kabeltochter des Medien-Tycoons John Malone, Sanktionen gegenüber den Anstalten. Erst in dieser Woche kritisierte der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor die Abschaltung von Zusatzleistungen für die ARD durch KDG als „ebenso unnötig wie unverständlich“. KDG hatte als Reaktion auf die unnachgiebige Haltung der Anstalten die Verbreitung regionaler Varianten Dritter Programme eingeschränkt.

Unitymedia hat am Donnerstag eine gute Jahresbilanz vorgelegt. „Auf unser Rekordumsatzwachstum sind wir stolz. Wir sind nun zur Nummer eins im deutschen Kabelmarkt aufgestiegen“, sagte Konzernchef Schüler. Das zum US-Kabelkonzern Liberty Global gehörige Kölner Unternehmen steigerte seine Erlöse um elf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg ebenfalls um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. „Eine Ebitda-Marge von 59 Prozent hat in der Branche keiner“, sagte der frühere Telefonica-Manager stolz.

Unitymedia hatte Mitte 2012 Kabel BW übernommen. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir das Wachstum beschleunigen konnten und gleichzeitig auch die Zusammenführung mit Kabel BW vorantreiben konnten“, bilanziert Schüler.

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