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Gewinneinbruch: Amazon schockiert die Anleger

Amazon will Apple Kunden abjagen. Aber die damit verbundenen Investitionen reißen die Unternehmensgewinne in die Tiefe. Nachdem der Onlinehändler seinen Bericht veröffentlicht hat, stürzt der Aktienkurs gewaltig.

Konzernchef Jeff Bezos mit einem Kindle: Analysten zufolge zahlt Amazon bei jedem Lesegerät drauf. Quelle: dpa
Konzernchef Jeff Bezos mit einem Kindle: Analysten zufolge zahlt Amazon bei jedem Lesegerät drauf. Quelle: dpa

SeattleDer weltgrößte Onlinehändler Amazon will mit allen Mitteln wachsen. Für das kostspielige Unterfangen nimmt Konzernchef und Gründer Jeff Bezos sogar einen Verlust in Kauf. Den Aktionären schmeckt das gar nicht.

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Mit einem Gewinnrückgang um 73 Prozent hat Amazon die Investoren verschreckt. Das Unternehmen scheint in seinem Wachstumsdrang die Kosten aus den Augen zu verlieren. Ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsquartal könnte schlimmstenfalls ein Verlust von operativ bis zu 200 Millionen Dollar entstehen, warnte der US-Konzern am Dienstag in Seattle. Bereits im dritten Quartal brach der Gewinn auf unterm Strich 63 Millionen Dollar ein. Im Vorjahreszeitraum hatte Amazon noch fast viermal soviel verdient.

Die Aktionäre waren vor den Kopf gestoßen. Analysten wussten zwar um Amazons kostspieligen Wachstumsdrang. Doch sie hatten nicht mit einem derartigen Einbruch gerechnet. Nachbörslich stürzte die Aktie 14 Prozent ab. Bereits im regulären Handel war der Kurs um mehr als 4 Prozent zurückgegangen.

Analysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht. „Es ist nicht schwer, Produkte zu verkaufen, wenn man daran nichts verdient“, sagte Colin Gillis von BGC Partners und verwies auf eine Marge von einem Prozent.

Amazon pumpt seit einiger Zeit massiv Geld in den Ausbau seines Geschäfts: in neue Versandzentren, mehr Werbung oder in die Entwicklung neuer Produkte. Auf der einen Seite will das US-Unternehmen die Nummer-eins-Position im Onlinehandel mit allen Mitteln verteidigen, das heißt unter anderem mit günstigen Preisen.

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Die Vorstöße führen zu rasantem Wachstum. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Damit konnte Amazon zum wiederholten Male den Rivalen Ebay abhängen, der vor allem dank seines Bezahldienstes PayPal um 32 Prozent zulegte.

Die Kehrseite des Wachstums ist jedoch eine schwindende Gewinnmarge. Von jedem eingenommenen Dollar blieb zuletzt gerade noch ein halber Cent bei Amazon hängen. Analysten schätzen, dass Amazon beim neuen Kindle sogar Geld drauflegt und - ähnlich wie Druckerhersteller mit ihren Patronen - erst später mit den Inhalten verdient.

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