Gewinnerwartungen runtergeschraubt
Sonys Sanierung stockt

Sony hat 2006 als Jahr der Erholung abgeschrieben. Wegen hoher Verluste mit seiner neuen Spielekonsole Playstation 3 und Kosten für Akkurückrufe senkte der japanische Elektronikriese seine Gewinnerwartungen deutlich. Dabei wollte das Unternehmen gerade jetzt voll durchstarten.

bas TOKIO. Statt 878 Mill. Euro Betriebsgewinn (130 Mrd. Yen) erwartet Sony für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr gerade noch umgerechnet 338 Mill. Euro., wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das ist weniger als ein Fünftel des Vorjahresgewinns, in dem allerdings positive Einmaleffekte durch Verlagerungen der Firmenpensionen, aber auch höhere Restrukturierungskosten angefallen waren. Die Umsatzprognose ließ Sony mit 55,6 Mrd. Euro unverändert.

So bleibt in diesem Jahr gerade einmal eine Umsatzrendite von 0,6 Prozent – weit von Firmenchef Howard Stringers Zielmarke von 5 Prozent entfernt. Auch unter dem Strich, wo die Erträge der Mobilfunkbeteiligung Sony Ericsson die Lage verbessern, erwartet Sony, dass der konsolidierte Nettogewinn zum Vorjahr um ein gutes Drittel auf 541 Mill. Euro fallen wird anstatt wie ursprünglich erwartet leicht zu steigen. Sony betonte, in anderen Bereichen wie Flachbildfernseher und Digitalkameras erhole sich die Ertragslage weiter und versprach, nun im Geschäftsjahr 2007 „eine weitgreifende Gewinnverbesserung umsetzen zu können“. Analysten jedoch sind skeptisch.

„Die Verluste in der Spielekonsolesparte werden noch länger anhalten und die Erholung im Elektroniksegment braucht länger als von Sony gedacht“, urteilt Aanalyst Tatsuya Mizuno von der Ratingagentur Fitch. Sony habe sein Markenpremium verloren und könne deshalb nicht mehr wie früher höhere Preise durchsetzen. Zudem sei die Kostenstruktur im Fernsehsegment, wo Sony derzeit den Konkurrenten spielend Marktanteile abnimmt, noch immer schlechter als bei Konkurrenten wie Sharp. Dabei federt in diesem Geschäftsjahr ein schwacher Yenkurs die Lage deutlich ab, denn dadurch steigen Sonys Auslandsgewinne in Yen gerechnet. Ohne diesen Effekt sähe die Lage noch düsterer aus.

Spielkonsolen sind der wahre Verlustbringer

Der Erfolg der neuen Spielekonsole Playstation 3, die im November in Japan und den USA startet, wird ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Sanierung, in der der Konzern seit Jahren steckt. Denn das Konsolengeschäft – nicht die Batterierückrufe – ist der Hauptfaktor für die Gewinnwarnung. Die Verschiebung des Verkaufsstarts in Europa belastet auch Sonys Halbleitergeschäft, das an die Spielesparte liefert. Insgesamt liegen die Verluste im Konsolengeschäft selbst und in der Halbleitersparte fast 700 Mill. Euro über dem, was Sony bisher eingerechnet hat.

Für die Batterierückrufe hat Sony umgerechnet 345 Mill. Euro zurückgestellt. Verunreinigte Lithium-Ionen-Batteriezellen von Sony hatten zu Rückrufen von fast 8 Millionen Laptops namhafter Computerhersteller geführt. Ob Sonys Rückstellungen ausreichen, wird davon abhängen, ob die Hersteller neben den reinen Rückrufkosten auch Schadensersatz für sinkende Verkäufe und Imageverluste einfordern werden. Toshiba und andere erwägen dies.

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