Gewinnrückgang im ersten Quartal
Peoplesoft schraubt Erwartungen zurück

Dämpfer für den US-Softwarekonzern Peoplesoft: Im ersten Quartal sind die Geschäfte nicht wie erwartet gelaufen. Die Ursache wird in dem feindlichen Übernahmeversuch des Konkurrenten Oracle gesehen.

HB SAN FRANCISCO. Peoplesoft hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinnnrückgang verbucht und wird nach eigenen Angaben auch die Gewinnerwartung für das Gesamtjahr zurückschrauben müssen.

Als Grund für das schwache Geschäft wurde der feindlichen Übernahmeversuch des US-Rivalen Oracle genannt. Vor Sonderposten habe der Gewinn für das abgelaufene zweite Quartal 14 Cent je Aktie betragen, teilte der Konkurrent von SAP am Dienstag nach Börsenschluss mit. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 17 Cent pro Dividendenpapier gewesen. Der Reingewinn je Aktie lag bei drei Cent nach elf Cent im Vorjahr. Analysten hatten für den Gewinn vor Sonderposten mit 15 Cent gerechnet. Das Unternehmen hatte bereits vor drei Wochen vorläufige Zahlen vorgelegt und damit den Märkten signalisiert, dass es die Gewinn- und Umsatzerwartungen verfehlen würde. Der Kurs der Aktien des Unternehmens zog am Dienstagabend im nachbörslichen Handel leicht auf 17,38 Dollar an, nach 17,32 Dollar bei Börsenschluss.

Das Unternehmen wies nunmehr für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 647,3 Mill. Dollar ( 497,4 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum) aus und blieb damit hinter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 668,8 Mill. Dollar zurück.

Auf der Basis der vorläufigen Ergebnisse hatte Peoplesoft vor drei Wochen einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 13 bis 15 Cent statt wie bis dahin von 20 bis 22 Cent erwartet. Auf einer Telefonkonferenz mit Analysten sagte der Finanzchef von Peoplesoft, Kevin Parker, der Geschäftsausblick für die Gewinnaussichten 2004 sei „nicht mehr zu halten“. Das Unternehmen werde aber erst einen neuen Ausblick vorlegen, wenn einen Entscheidung im Gerichtsverfahren zum Übernahmeversuch von Oracle vorliege.

Ein US-Bundesgericht muss entscheiden, ob die von Oracle angestrebte Übernahme, wie vom Justizministerium kritisiert, den Wettbewerb bei Unternehmenssoftware nachhaltig einschränkt. Analysten betrachten den feindlichen Übernahmeversuch durch Oracle allerdings nicht als das größte Problem des Konzerns. Mit Sorge beobachten einige Händler etwa die Integration des Konkurrenten J.D. Edwards, den Peoplesoft im vergangenen Sommer übernommen hatte. Andere Händler verweisen auf die insgesamt schwachen Technologiebudgets der Unternehmen, die sich auf die gesamte Softwarebranche auswirkten.

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