Gewinnrückgang
Mobilcom und Freenet leiden unter Billigangeboten

Der Mobilfunk-Dienstleister Mobilcom und seine Internet-Tochter Freenet haben trotz Kundenwachstums im ersten Quartal Gewinneinbrüche hinnehmen müssen. Grund ist der harte Preiskampf. Doch das ist nicht das einzige Problem, dass die beiden Unternehmen haben.

HB/lip HAMBURG. „Wir haben Zeit und werden Preiskämpfe mitgehen, um unsere Marktanteile zu halten“, kündigte Mobilcom-Vorstandschef Eckhard Spoerr am Dienstag in Hamburg an. „Kurzfristig ist nicht mit Ergebnissteigerungen zu rechnen“, fügte er hinzu. Es gehe derzeit nicht um die Maximierung des Gewinns. Zur Stärkung der Marktposition werde das Büdelsdorfer Unternehmen nach Möglichkeit weiter zukaufen. „Wir sind bereit, unsere liquiden Mittel von gut 460 Mill. Euro auch für Akquisitionen zu verwenden“, sagte Spoerr. Allerdings liegt schon die geplante komplette Verschmelzung mit Freenet wegen mehrerer Anfechtungsklagen auf Eis.

Werbeausgaben drücken Gewinn

Der Mobilcom-Konzerngewinn fiel von Januar bis März um mehr als ein Drittel auf 18 Mill. Euro, das waren rund zehn Prozent weniger als von Branchenexperten geschätzt. Ähnlich sieht das Bild bei Freenet aus: Der Gewinn sank um rund 30 Prozent auf gut zwölf Mill. Euro. Der Mobilcom-Umsatz stieg indes um 16 Prozent auf 522 Mill. Euro, die Freenet-Erlöse um 37 Prozent auf gut 200 Millionen.

Hauptgrund für den deutlichen Gewinnrückgang waren hohe Marketingkosten. Sie erhöhten sich im Konzern um rund 40 Prozent auf 19,2 Mill. Euro. Spoerr rechnet dieses Jahr mit einem Anstieg dieser Ausgaben um mindestens zehn Prozent zum Vorjahr. Freenet konnte im ersten Quartal 75 000 neue Kunden im Geschäft mit schnellen DSL-Anschlüssen anlocken. Mobilcom gewann 180 000 Kunden für die Mobilfunksparte. Insgesamt haben die Büdelsdorfer 15 Mill. Kunden und knapp 3600 Beschäftigte.

Um auf lange Sicht Erfolg zu haben, müsse Mobilcom jetzt investieren und neue Kunden an sich binden, erklärte Spoerr. „Kurzfristig ist daher nicht mit Ergebnissteigerungen zu rechnen.“ Eine genaue Geschäftsprognose lehnte er ab.

Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz sprach von einer „enttäuschenden Geschäftsentwicklung“. Die Mobilcom-Aktie - einst Symbol für den Aufstieg und Niedergang des Neuen Marktes - verlor 3,5 Prozent ihres Wertes auf 16,64 Euro. Freenet-Papiere, die ebenso im Technologie-Index TecDax geführt sind, büßten über vier Prozent auf 17,90 Euro ein.

Seite 1:

Mobilcom und Freenet leiden unter Billigangeboten

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%