Gewinnsprung im ersten Quartal
Mobilcom will baldige Verschmelzung mit Freenet

Der Mobilfunk-Anbieter Mobilcom hält an einer Verschmelzung mit seiner Telekom-Tochter Freenet bis Ende August fest. Mobilcom-Vorstandschef Torsten Grenz zeigte sich überzeugt, dass dieser „schneidige Zeitplan“ eingehalten werden kann.

dpa HAMBURG. Dazu werden beide Unternehmen derzeit bewertet. „Es ist höllisch viel Arbeit“, sagte Grenz. „Meine Einschätzung ist, dass es klappt.“ Dann könnte die Transaktion in der Bilanz 2005 noch voll wirksam werden. Mobilcom ist mit 50,4 Prozent an der Telefon- und Internet-Tochter beteiligt. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte die geplante Fusion zurückhaltend beurteilt.

Durch eine von der jüngsten Hauptversammlung beschlossene möglichen Schadenersatzklage in Milliardenhöhe gegen den früheren Großaktionär France Télécom erwartet Grenz keine Abschläge in der Mobilcom-Bewertung. Auch den Einstieg des US-Investors Texas Pacific Group (TPG) nach dem Aktionärstreffen, der von den Franzosen 27,3 Prozent übernommen hat und damit neuer Großaktionär ist, wertete Grenz als „sehr positives Signal“. Es zeige, dass ein Externer bezüglich der Erfolgsaussichten dieser Klage „nicht vollkommen anderer Auffassung“ ist als der Mobilcom-Vorstand. „Die Klage ist überflüssig wie ein Kropf“, bekräftigte Grenz. Er verwies darauf, dass die HV zwar die Weichen für eine Klage gestellt hat, der eingesetzte Wirtschaftsprüfer sie aber nur anstrengen soll, wenn dadurch kein „existenzgefährdendes Risiko“ heraufbeschwört werde.

Mobilcom verdiente im 1. Quartal bei sinkendem Umsatz deutlich mehr. Während der Konzernüberschuss um zwei Drittel auf 28,3 Mill. Euro zulegte, gingen die Konzernerlöse verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 450,6 Mill. Euro zurück. Der Rückgang kam aus dem Mobilfunk, der um 10,6 Prozent auf 311,5 Mill. Euro Umsatz nachgab, aber den Ertrag vor Zinsen und Steuern auf 16,6 Mill. Euro fast verdoppelte. Die Zahl der Kunden von 4,51 Mill. im 1. Quartal (Vorjahresquartal: 4,16 Mio) soll bis Jahresende auf 4,8 Mill. steigen. Der Markt bleibe hart umkämpft, sagte Grenz. Jeder fünfte Kunde wechsele den Anbieter. Die Zahl der Mobilcom-Shops erhöht sich bis Ende 2005 um mehr als 30 auf rund 250. Der operative Gewinn soll dieses Jahr um 50 Prozent auf 60 Mill. Euro klettern.

Auch Freenet.de verzeichnete im Berichtszeitraum eine spürbare Ergebnisverbesserung. Der Überschuss stieg um fast ein Fünftel auf 17,43 Mill. Euro, der Umsatz legte um 22 Prozent auf 146,3 Mill. Euro zu. Das Unternehmen verzeichnete Zuwächse in allen Geschäftsfeldern und rechnet weiterhin mit einem operativen Ergebnis von 125 Mill. bis 140 Mill. Euro bei Erlösen von 650 Mill. Euro.

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