Gewinnsprung
Technik für Halbleiter beflügelt Zeiss

Der Technologiekonzern Carl Zeiss hat vor allem dank der anhaltend starken Nachfrage nach seinen Produkten für die Halbleitertechnik einen Gewinnsprung gemacht. Wegen der Dollarschwäche bleibt der Vorstand in der Prognose aber vorsichtig.

mwb STUTTGART. Bei hochkomplexen und mehrere Millionen Euro teuren Objektiven zur Belichtung von Halbleitern, die in Geräte der holländischen Firma ASML eingebaut werden, hat das Unternehmen seinen Marktanteil innerhalb von zehn Jahren auf 63 Prozent verdreifacht. Erst Anfang der 90er-Jahre war Zeiss in das Geschäftsfeld eingestiegen. Die einst übermächtige japanische Konkurrenz von Nikon und Canon haben die Schwaben längst abgehängt. Das neue Werk für Halbleitertechnik steht in Oberkochen und ist mit 450 Mill. Euro die größte Einzelinvestition des Unternehmens.

Vor allem Dank der Erfolge in der inzwischen größten Sparte Halbleitertechnik steigerte das Unternehmen im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 das Betriebsergebnis (Ebit) um 26 Prozent auf 394 Mill. Euro. "Die Carl Zeiss Gruppe kann auf ein hervorragendes Geschäftsjahr zurückblicken“, resümierte Vorstandschef Dieter Kurz. Der Umsatz legte sieben Prozent auf 2,6 Mrd. Euro zu. Kurz betonte, dass es sich dabei vor allem um organisches Wachstum handele.

"Fast 60 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, die nicht älter sind als fünf Jahre“, sagte Kurz. Das Unternehmen investiert rund 290 Mill. Euro in Forschung und Entwicklung, rund elf Prozent des Umsatzes. Darüber hinaus kauft Zeiss ständig Know-how hinzu. Kurz hat im abgelaufenen Jahr fünf kleinere Unternehmen für zusammen 35 Mill. Euro übernommen. Dabei geht es vor allem um Spezialisten, die Produkte entwickeln, die sich erst später im Umsatz widerspiegeln. "Wir werden auch weiter Ausschau halten und zuschlagen, wenn etwas für uns dabei ist“, sagte Kurz. Auch eine größere Akquisition wollte der Zeiss-Chef nicht kategorisch ausschließen.

Mit einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent und einem Cash-flow von 549 Mill. Euro fühlt sich Zeiss finanziell in einer sehr komfortablen Position. Die Pensionsverpflichtungen wurden aus der Bilanz herausgenommen und werden künftig über die Allianz abgewickelt.

Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte Zeiss bei den Neuaufträgen nach eigenen Angaben mit 2,7 Mrd. Euro einen neuen Spitzenwert. Dies entspreche einem Plus von sieben Prozent, erklärte das Management. In der Halbleitertechnik zog Zeiss unter anderem einen großen Auftrag von der amerikanischen Harvard-Universität an Land. Die Eliteuniversität bestellte acht Elektronen- und Ionenmikroskopsysteme. Insgesamt kam Zeiss in der Sparte auf erstmals über eine Mrd. Euro Umsatz.

In der Medizintechnik, die zum größten Teil aus der seit 2002 börsennotierten Tochter Carl Zeiss Meditec besteht, nahmen die Erlöse auf 638 (631) Mill. Euro zu. Allein Meditec erzielte einen Gewinnsprung von 48 auf 70 Mill. Euro. Anders als das Stiftungsunternehmen Carl-Zeiss wird Meditec auch von Analysten beobachtet. Volker Braun von Commerzbank Corporates & Markets zeigt sich überzeugt von den vorgelegten Zahlen. Das Ergebnis liege über den Erwartungen, was darauf hindeute, dass das Unternehmen von einem vorteilhaften Umsatzmix profitiert habe.

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