Gewinnsteigerung
Microsoft leidet unter dem iPad

Vordergründig lieferte Microsoft am Donnerstag solide Quartalszahlen ab. Doch der Blick hinter die Kulissen verschreckt Analysten und Anleger.
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San FranciscoDie Umsätze mit Windows liegen unter Vorjahr, der Erfolg von Apples iPads zeigt Wirkung. Beim Geschäft mit Smartphones fehlen schlicht die Erfolgsmeldungen. Und im Vergleich mit Apple hat Microsoft erstmals seit über 20 Jahren in einem Quartal netto weniger verdient als der Konkurrent aus Cupertino. Die Microsoft-Aktie gab nachbörslich leicht nach.
Der Umsatz im Konzern stieg im dritten Geschäftsjahresquartal um 13 Prozent gegenüber Vorjahr auf 16,4 Milliarden Dollar, der operative Gewinn um zehn Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Auf Rekordniveau bewegte sich der operative Cash Flow mit  8,7 Milliarden Dollar im Quartal. Das starke Wachstum wird laut Finanzvorstand Peter Klein in erster Linie aus einem starken Geschäft mit Unternehmen gespeist. Windows 7 und Office 2010 finden breiten Einzug in den Büros.

Die aktuelle Office 2010-Version sei die schnellst verkaufende der Geschichte, so Klein,  fünfmal besser als die vorherige Version. Kräftig aufwärts ging es mit Server-Software und der Unterhaltungssparte. Von der Spielekonsole Xbox360 gingen 2,7 Millionen Stück über die Ladentheke, 79 Prozent mehr als im Vorjahr, massives Wachstum meldet auch das Online-Spiele- und Mediennetzwerk Xbox live.
 Das alles summierte sich letztlich zu einem Nettogewinn im Quartal von stattlichen 5,23 Milliarden Dollar und einem Plus von 31 Prozent auf. Doch das Prestigeduell mit Apple ging diesmal haushoch verloren. Nach einem phantastischen Quartal vermeldete der iPhone-Konzern jüngst einen fast verdoppelten Nettogewinn von 5,99 Milliarden Dollar. Diese Hackordnung gab es seit über 20 Jahren nicht mehr.
Microsofts Problem ist besonders der Smartphonemarkt. Während Apple bereits fast 50 Prozent seines Umsatzes aus dem mobilen Segment bezieht, steht Microsoft mit leeren Händen da. Zum Erfolg der neuen Windows Phone 7-Geräte zeigte sich Finanzvorstand Klein schmallippig. Zahlen wurden überhaupt nicht genannt, dafür jede Menge generelle Aussagen, wie begeistert Entwickler und Konsumenten seien und dass die Kooperation mit Nokia einen weiteren Schub verleihen werde.

Doch vor 2012 ist mit Nokia-Windows-Geräten nicht zu rechnen. Nokia selbst hatte vor wenigen Tagen Massenentlassungen angekündigt und seine gesamte Symbian-Entwicklungsabteilung mit 4000 Mitarbeitern an ein Outsourcing-Unternehmen abgegeben. Symbian ist derzeit das Betriebssystem für alle Nokia-Telefone.

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  • Der Artikel ist ja mal typisch Anti-Microsoft....
    Überall Wachstum , nur kleiner Rückgang in der Win7 Sparte (wobei man trotzdem noch von Wachstum sprechen kann angesicht des stark sinkenden PC-Marktes) aber dann reißerisch " Analysten und Anleger verschreckt"...
    Oder der Vergleich Windows Phone - Iphone...
    Ist genauso als würde man Apple dafür kritiseren das MacOs nicht soviel Marktanteil hat wie Windows...
    Microsoft steht super da. Da gibt es nix zu rütteln...
    Am besten ließt man nur die Zahlen und läßt den Rest weg, dann isses ein guter Artikel...

  • Kein Wunder. Windows war und ist einfach ein mieses Betriebssystem. Der bisherige Erfolg ist einfach auf die unfähige breite User-Masse und das Festhalten einer eifersüchtigen PC-Techniker-Kaste zurückzuführen. Doch zumindest der Consumer wird langsam erwachsen und lernt selbständig zu denken. Und entscheidet selbst. In den Unternehmen hat man dafür noch viel zu viel Angst davor.

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