Gewinnwarnung
Anleger haben von Infineon die Nase voll

Schlechte Nachrichten beim Halbleiterhersteller. Infineon hat eine Gewinnwarnung für seine Kommunikationssparte abgegeben. Analysten überrascht das nicht - an der Börse machte sich die Nachricht trotzdem mehr als deutlich bemerkbar.

HB MÜNCHEN. Wieder kein guter Tag für Infineon: Der Halbleiterhersteller Infineon hat seine Prognose für die Kommunikationssparte (COM) gesenkt. Im laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008 werde der Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorquartals bleiben, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Dies wären rund 300 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis vor Sonderposten soll sich entgegen der ursprünglichen Erwartungen nun weiter verschlechtern. Statt eines Verlusts von 25 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT) rechnet Infineon für den Zeitraum von April bis Ende Juni nun mit einem Verlust von 40 Millionen Euro. Im zweiten Geschäftsquartal zwischen Januar und Ende März hatte der Verlust bei 29 Millionen Euro gelegen.

Der Halbleiterhersteller hat anhaltende Probleme bei der Auslieferung von Handychips. Grund seien geringere Volumina bei Projekten im Mobilfunkgeschäft. Zum einen habe ein Kunde weniger Breitband-Chips (HSDPA) bestellt als zunächst erwartet. Zum anderen verzögerten sich die Auslieferungen der Chips (ULC2) für das neue Billighandy von Nokia, sagte ein Firmensprecher.

Gemeinsam mit Ausgaben für den Hochlauf neuer Plattformen werde deshalb das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereffekten im Vergleich zum Vorquartal zurückgehen. Erst für das Schlussquartal erwartet Infineon eine Verbesserung bei Umsatz und Ebit vor Sondereffekten

Für Analysten ist die jüngste schlechte Nachricht von Infineon keine Überraschung: Der neue CEO "mache reinen Tisch", meint Heino Ruland, Analyst von FrankfurtFinanz. Aus dem letzten Statement von Texas Instruments habe man schon Probleme im COM-Bereich herauslesen können.

Nicht so cool wie mancher Analyst reagierten viele Anleger: Während der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag dank fester Vorgaben von den Börsen in den USA und Tokio mit Gewinnen in den Handel startete, gerieten die Anteilsscheine von Infineon unter Druck. Um die Mittagszeit stand die Aktie knapp neun Prozent im Minus bei 5,69 Euro. Börsianer lassen jede Hoffnung fahren: "Es war ja immer schon fraglich, ob Infineon profitabel sein kann, das gibt jetzt einen weiteren Stoß. Es gehen ganz viele aus der Aktie raus", sagte ein Händler.

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