Gewinnwarnung
Ericsson-Aktie bricht ein

Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson erlebt einen schwarzen Tag an der Börse. Nach einer Gewinnwarnung für das dritte Quartal verliert das Unternehmen fast ein Drittel seines Börsenwerts. Und noch geben Experten keine Entwarnung.

HB STOCKHOLM. Der schwedische Telekomnetz-Ausrüster Ericsson hat die Börse mit einer Gewinnwarnung schockiert. Als Folge verlor das Unternehmen rund 20 Milliarden Dollar an Börsenwert. Seine Aktien stürzten um fast 30 Prozent ab - so stark wie nie zuvor.

Der weltgrößte Mobilfunk-Ausrüster räumte am Dienstag ein, enttäuschend wenig Aufträge für die Erneuerung und Erweiterung von Netzen erhalten zu haben. „Wir haben offensichtlich ein enttäuschendes Quartal hinter uns“, sagte Vorstandschef Carl-Henric Svanberg auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz. Das Aufrüstungs-Geschäft wirft höhere Margen ab als der Verkauf neuer Netze und hat daher in der Vergangenheit einen großen Anteil zum Unternehmensgewinn beigetragen.

Die Warnung kam für Experten völlig überraschend - die meisten hatten mit einem Gewinnanstieg gerechnet. Börsianer fürchten nun, dass auch die Geschäfte der Konkurrenz gelitten haben: Deshalb verloren auch die Aktien von Nokia und Alcatel-Lucent deutlich an Wert.

Gegen Mittag kosteten Ericsson-Papiere mit 18,68 Kronen rund 29 Prozent weniger als am Vorabend, als sie noch für 26,56 Kronen gehandelt wurden. Der Börsenwert des Konzerns schmolz damit von knapp 67 Milliarden Dollar auf rund 48 Milliarden Dollar. Seinen Umsatz steigerte Ericsson um sechs Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro. Auch hier hatten Analysten mit einer deutlicheren Steigerung gerechnet.

Nach Meinung von Branchenexperten lässt die Gewinnwarnung auf größere Schwierigkeiten schließen, die nicht auf die vergangenen Monate begrenzt bleiben dürften. „Dies ist ein Riesen-Desaster“, erklärte Thomas Langer von der WestLB. Ericsson machte eine „ungünstige Mischung von Geschäftsfeldern“ für den Gewinneinbruch verantwortlich. Langer argumentierte jedoch, dass diese Probleme auch 2008 anhalten dürfte.

Erst im vergangenen Monat hatte das Ericsson-Management die Geschäftsentwicklung in rosigen Farben geschildert und eine Steigerung seiner Marktanteile in Aussicht gestellt.

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