Gigaset-Smartphone
„Wir wollen ins Premiumsegment“

Vom Schreibtisch in die Tasche: Gigaset ist bekannt für Festnetztelefone, will aber jetzt auch Smartphones bauen. Im Interview erklärt Firmenchef Charles Fränkl, wo er neben Apple und Samsung noch eine Lücke sieht.
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BerlinIn jedem zweiten Haushalt in Deutschland findet sich ein Schnurlostelefon von Gigaset. Der Münchener Firma hilft das allerdings wenig - der Markt schrumpft seit Jahren. Viele Menschen kaufen keine neuen Telefone mit Festnetzanschluss mehr und halten auch daheim lieber ihre Handys ans Ohr.

Darauf reagiert Gigaset nun mit eigenen Smartphones. Im Vorfeld der IFA in Berlin hat das Unternehmen die ersten drei Modelle vorgestellt. Hochwertige Technik mit deutschem Design, so lautet das Versprechen des Elektronikherstellers. Für mehr Glanz und Medienpräsenz will das Unternehmen auch durch einen Sponsoringvertrag mit dem FC Bayern München sorgen. Einen kräftigen Schub hat Gigaset auch dringend nötig. 2014 sank der Umsatz um zwölf Prozent auf 326 Millionen Euro, unterm Strich stand ein Verlust von knapp 17 Millionen Euro.

Im Interview erklärt Firmenchef Charles Fränkl, wie er auf dem umkämpften Smartphone-Markt punkten will – und welche Nische er dort ausgemacht hat.

Herr Fränkl, der Smartphone-Markt ist umkämpft, Apple und Samsung dominieren das Premiumsegment. Warum soll ein Nutzer Gigaset kaufen?
Der Markt wird sehr monolithisch dargestellt, man redet immer über einige wenige Hersteller. Dabei ist es der wichtigste Unterhaltungselektronikmarkt überhaupt, Volumen und Umsatz wachsen immer noch. Ich glaube, dass wir mit unserer Herkunft, unserem Design, unserem Engineering eine Glaubwürdigkeit haben. Und mit unseren 70 Millionen Kunden haben wir eine große Plattform. Wir sehen Smartphones als logische Entwicklung in die Zukunft.

Worin besteht denn die Gigaset-DNA?
Wir gehen nicht nur technikgetrieben an die Entwicklung ran, wir stellen die Benutzerbedürfnisse ins Zentrum. Wir wollen differenzierte, hochqualitative, gut designte Produkte machen. Und unser Anspruch ist es, uns im Premiumsegment zu positionieren.

Sie haben mit Goldin einen strategischen Investor aus China. Was machen Sie selbst, was macht der Partner?
Wir bringen unterschiedliche Kompetenzen zusammen. Das Design und Engineering machen wir hier in Deutschland, in unserem Entwicklungszentrum in Polen und am Standort Shenzen – wir arbeiten immer sehr eng zusammen. In Deutschland gucken wir uns jeder Komponente genau an, ob wir sie gewinnbringend einbauen können. In Polen sitzt unsere Software-Entwicklung, wo Cloud-Dienste entwickelt werden. Jeder spielt seine Rolle, wie es in einem internationalen Konzern üblich ist.

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„Das ist ein State-of-the-Art-Produkt“

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  • Ich bin jetzt mal so frech und sag was ich denke.

    Meiner Meinung nach ist Gigaset nur ein Brückenkopf für eine chinesische Firma.Deutsches Engineering schön und gut aber 100% der HandyHardware kommen vom Partner.Beim Design hat man vermutlich auch nicht ganz freie Hand und die Software kommt von Google.
    Diese Strategie sieht man immer häufiger in den afrikanischen Staaten.Da wird die erste Automobilmarke auf dem Kontinent mit frenetischen Jubel gefeiert, obwohl 100% der Autoteile aus China geliefert werden und nur noch in Nigeria zusammen gebaut werden.

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