Gläubigerversammlung muss noch zustimmen
Taurus TV steht vor Vergleich mit Gläubigern

Die insolvente Kirch-Media-Tochter Taurus TV steht vor einem Gesamtvergleich mit ihren Gläubigern. Entsprechende Vertragsabschlüsse seien die Voraussetzung dafür, bestätigte ein Sprecher der ebenfalls insolventen Kirch Media am Sonntag einen Bericht der Zeitung „Die Welt“ vom Vortag.

HB BERLIN. Taurus TV trennt sich im Rahmen der Einigung von ihren Anteilen an einer Beteiligungsgesellschaft und zahlt einen Teil des Erlöses, der in Branchenkreisen auf rund 200 Mill. € beziffert wurde, an Gläubiger, ein weiterer Teil des Betrags soll einbehalten werden.

Die Sat 1 Beteiligungs GmbH, die bisher Taurus TV und der Axel Springer AG gehörte, soll dabei unter Springer und dem Pro Sieben Sat 1-Besitzer Haim Saban aufgeteilt werden, der damit zugleich seine Beteiligung an Deutschlands größtem TV-Konzern weiter aufstockt. Taurus und Springer halten bislang 59 beziehungsweise 41 % an der Beteiligungs GmbH. Diese ist selbst an der Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 beteiligt, die im vergangenen Jahr von einem Konsortium um den US-Milliardär Saban übernommen worden war.

Nach Umsetzung der Verträge werde die von Saban kontrollierte Holding P7S1 51,8 % an der Sat 1 Beteiligungs GmbH halten. Springer halte dann 48,2 %, hieß es am Sonntag in Branchenkreisen. Durchgerechnet gingen damit 12,7 % an Pro Sieben Sat 1 an Saban und knapp zwei Prozent an Springer. Springer würde damit seinen Anteil an dem TV-Konzern auf gut zwölf Prozent erhöhen und Saban auf knapp 88 %.

In dem Bericht hatte es geheißen, die Kirch-Media-Tochter überweise im Rahmen der Einigung rund 60 Mill. € in bar an Axel Springer. Von den ursprünglichen Forderungen Springers in Höhe von knapp 800 Mill. € würden 325 Mill. anerkannt. Die Branchenkreise beurteilten diese Beträge am Sonntag als realistisch.

Der Kirch-Media-Sprecher wollte Angaben, wonach Taurus TV zudem kurz davor stehe, den Rechtsstreit mit dem Hollywood-Studio Universal beizulegen, nicht kommentieren. In dem Bericht hatte es geheißen, Universal erhalte einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Ursprünglich hatte das US-Unternehmen in einer Zahlungsklage vor einem Gericht in Los Angeles von dem deutschen Medienunternehmer Leo Kirch 750 Mill. € verlangt.

Die Gläubigerversammlung der Taurus TV muss dem komplexen Gesamtvergleich, der von dem Taurus-Insolvenzverwalter Michael Jaffé in die Wege geleitet worden war, Ende dieses Monats noch zustimmen.

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